Wermelskirchen: Adjudant Daniel Fischer lässt das Dreigestirn glänzen

Nach dem Sturz und vier Jahren Pause wieder auf dem Wagen : Der Adjutant lässt das Dreigestirn glänzen

Daniel Fischer  hat die Rolle der „rechten Hand“ der närrischen Regenten aus Dabringhausen übernommen. 2015 sorgte er mit seinem Sturz vom Prunkwagen für Schlagzeilen. Dieses Jahr geht es wieder auf einen Wagen – nach vier Jahren Pause.

In seinem „heiligen Koffer“, der an einen überdimensionalen Schminkkoffer in Silber erinnert, befinden sich nicht nur die begehrten Orden oder Buttons, die das Dreigstirn verleiht und verschenkt. Mit Pinzette, Wundpflaster oder Nadel und Faden sind darin genauso Utensilien enthalten, mit denen ein Adjutant für „kleinere Notfälle“ gerüstet ist. Sitzt der Kragen des Prinzenumhangs richtig, liegt der passende Satz Fasanenfedern in der richtigen Länge für den Prinzenhut bereit, sind die Insignien wie Prinzenzepter, Prinzessinnenspiegel, Stadtschlüssel oder Bauernprengeln parat. Um diese und viele andere Fragen kümmert sich der Adjutant im hektischen Treiben schnell aufeinanderfolgender Termine und Auftritte. Im „Dickicht“ des närrischen Trubels in kleinen, proppevollen Gaststätten oder weitläufigen Sälen behält er den Überblick über das Geschehen und sorgt dafür, dass das Dreigestirn im Rampenlicht glänzen kann.

Seit Beginn der Session ist Daniel Fischer der neue Adjutant der Dawerkuser Altstadtgarde. Er steht gemeinsam mit der „Institution“ des Dabringhausener Karnevals, Prinzenführer Harry Tiede, dem Dreigestirn Prinz Axel, Prinzessin Rosa und Bauer Frank zur Seite – über 20 offizielle Auftritte haben sie bereits absolviert, der Großteil steht noch bevor. Fischer übernahm die Adjutantenrolle von Wilfried „Willes“ Peters, der nach zehn Jahren in diesem Amt zwar der Altstadtgarde treu bleibt, aber etwas kürzer treten möchte. Damit betritt Daniel Fischer kein völlig fremdes Terrain: Er ist passionierter „Altstädter“, bezeichnet die Garde als den „geilsten Club der Welt“, und war vor vier Jahren selbst Regent des Narrenvolkes.

In der Session 2014/2015 sorgte er unfreiwillig mit seinem Sturz aus vier Metern Höhe vom Prunkwagen während des Rosenmontagszuges für Schlagzeilen. Damals hatte Fischer mehr als einen Schutzengel, konnte sechs Wochen nach dem Sturz, der genauso eine Querschnittslähmung hätte nach sich ziehen können, wieder seinem Beruf als Bauleiter nachgehen. „Dass ich dem Karneval treu bleibe, war für mich nie eine Frage. Aber einen Karnevalswagen wollte ich seit dem Sturz nicht mehr besteigen. Jetzt muss ich da wieder rauf, das geht nicht anders – macht mich jedoch schon etwas nervös“, blickt Daniel Fischer auf Rosenmontag am 4. März aus. Klar ist für ihn: „Wenn ich etwas mache, dann richtig.“

Mit dieser Inbrunst füllt Daniel Fischer seinen Adjutanten-„Job“ aus, wie das amtierende Dreigestirn bestätigt. „Er kümmert sich rührend um uns. Als Adjutant liebe ich ihn“, lobt Prinzessin Rosa und zeigt auf ihre strahlend-weißen Handschuhe, die gerade frisch aus der Reinigung gekommen sind. „Ich kümmere mich darum, dass die Sachen sauber sind. Dafür haben wir einen Reinigung mit Über-Nacht-Service“, beschreibt Daniel Fischer und verrät: „Wenn ein Fleck mal ganz schnell raus muss, hilft hochprozentiger Wodka.“ Prinz Axel und Bauer Frank schätzen die Sicherheit, die der Adjutant ihnen gibt: „Daniel ist immer da – er trägt uns quasi auf Händen.“

Aus seiner Zeit als Prinz und den unzähligen Auftritten mit der Altstadtgarde im Tross von Dreigestirnen kennt Daniel Fischer viele Veranstaltungen und Auftrittsorte: „Auf der Fahrt weise ich das Dreigestirn ein. Was ist zu tun, was steht auf dem Programm, was erwartet sie.“ Manchmal seien seine Aufgaben vermeintlich banal: „Wir haben drei Fasanenfedersätze in unterschiedlichen Längen dabei. Bei einem Tollitätentreffen trägt unser Prinz natürlich die längsten Federn. Ansonsten fällt die Wahl nach der Deckenhöhe des Auftrittsortes.“ Schließlich koste so ein Satz schnell an die 200 Euro. Oder eine Ermahnung dazu, sich nach einem schweißtreibenden Auftritt schnell die Jacke überzuziehen, verhindere eine Erkältungsgrippe und damit den krankheitsbedingten Ausfall eines Regenten.

Seine Fürsorge könne das Dreigestirn sicherlich manchmal „nerven“, sagt Daniel Fischer mit einem Lachen, aber: „Der Dawerkusen Karneval soll vernünftig repräsentiert sein.“ Und weiter: „Das aktuelle Regententrio hört sehr gut.“ Für ihn sei es eine ehrenvolle Aufgabe. „Ich weiß aus Erfahrung, wie wichtig ein funktionierender Adjutant ist“, betont Daniel Fischer.

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