Wermelskirchen: Schilder und Markierungen weisen auf Drückjagden hin

Achtung! Autofahrer in Wermelskirchen : Schilder und Markierungen weisen auf Drückjagden hin

Mit Hunden und Treibern haben es die Jäger vor allem auf Wildscheine abgesehen. Davon gäbe es „ohne Ende“ und dementsprechende Schäden, sagt Wermelskirchens Hegeringsleiter Norbert Drekopf.

Gerade in den Herbst- und Wintermonaten sehen sie die Menschen von Zeit zu Zeit: Wimpel und Hinweisschilder an Wald- und Straßenrändern mit dem Hinweis auf sogenannte Drückjagden. „Wer so ein Schild sieht, sollte am besten nicht in den Wald gehen, weil es dort ja knallt“, fasst Wermelskirchens Hegeringsleiter Norbert Drekopf auf Anfrage unserer Redaktion zusammen: „Und passierende Autofahrer sollten vom Gas gehen und darauf gefasst sein, dass möglicherweise Wild oder einer unserer Hunde plötzlich auf die Straße läuft.“

Mit dem Aufstellen der Warnschilder würden die Jäger ihrer Hinweispflicht nachkommen, stellte Norbert Drekopf heraus. Die Sicherheitsmaßnahmen gehen jedoch weit darüber hinaus, denn auch die von Schützen besetzten Hochsitze würden markiert, ebenso die Laufwege und Routen der an der Drückjagd beteiligten Treiber, Hundeführer und Hunde. „Bei einer Drückjagd ist auch klar geregelt, in welcher Zeit geschossen werden darf“, erläutert Drekopf. Am kommenden Mittwoch, 20. November, bei einer großen Drückjagd durch insgesamt drei Reviere, ausgehend von der Talsperre in Richtung Dhünn, werde das von 10 bis 13 Uhr sein. „In dieser Zeit dürfen die zur Jagd eingeteilten Schützen ihren Hochsitz aus Sicherheitsgründen auch nicht verlassen“, stellt der Hegeringsleiter fest.

Drückjagden seien im Bergischen Land die typische Methode, um vor allem Schwarzwild, sprich Wildschweine, zu jagen. Ab und an werde dabei ebenso ein Stück Rehwild geschossen, Wildschweine wären jedoch das hauptsächliche Ziel. „Wir haben Wildschweine ohne Ende und in diesem Jahr entsprechende Schäden in Landwirtschaft sowie Wald und Flur“, sieht Drekopf den Bedarf zur Drückjagd, die nur mit Hilfe von Hunden erfolgreich sein könne.

Allerdings sind Drückjagden keine ständige Maßnahmen, wofür es zwei Gründe gibt: „Das ist eine aufwendige Geschichte, die mindestens eine Woche Vorbereitung braucht – 50 bis 60 Jäger und dazu bestimmt 20 Treiber müssen eingewiesen, die Hunde versichert, Routen ausgearbeitet und Markierungen angebracht werden“, sagt Drekopf.

Obendrein beschreibt der Deutsche Jagdverband: „Die sogenannten Ansitzdrückjagden ermöglichen es, einen Wildbestand möglichst effektiv und schonend zu bejagen. Optimalerweise wird die Fläche an ein bis zwei Tagen im Jahr beunruhigt und dann wieder lange Zeit in Ruhe gelassen.“
Im Gegensatz zur im Rheinland verbreiteten Treibjagd auf Niederwild wie Hasen oder Fasane, die dabei aus der Deckung aufgescheucht werden, wird bei der Drückjagd das Wild vorsichtig aus der Deckung geschoben, ohne es zu sehr zu treiben. „Das so in Bewegung gebrachte Wild kommt den angestellten Schützen möglichst ruhig in Anblick, so dass es sicher und tierschutzgerecht erlegt werden kann“, heißt es beim Deutschen Jagdverband.