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Brüggener missachten Corona-Regeln

Gemeinde Brüggen will hart durchgreifen : Brüggener missachten Corona-Regeln

Ein Eis auf der Bank essen, ohne Sicherheitsabstand durch die Fußgängerzone spazieren: Wer im Brüggener Zentrum unterwegs ist, merkt von den aktuellen Einschränkungen wenig. Wie die Verwaltung jetzt hart durchgreifen will.

D2iego Sandrini von „Casa de Gelato“ direkt am Nikolausplatz ist froh, dass er während der Corona-Pandemie wieder Eis verkaufen kann. Eigentlich. „Ich weise jeden Kunden darauf hin, dass er das Eis erst im Abstand von 50 Metern essen darf.“ Doch längst nicht jeder würde sich daran halten oder hätte dafür Verständnis. Stattdessen werden die kühlen Bällchen auf einer der zahlreichen Sitzgelegenheiten rund um die Eisdiele verspeist. Und die „Casa de Gelato“ ist nur eine von drei Eisdielen in der Fußgängerzone.

Das ruft jetzt die Gemeindeverwaltung auf den Plan. „Wir haben auf alle Sitzgelegenheiten Verbotsschilder mit einem durchgestrichenen Eishörnchen anbringen lassen, zudem Schilder an Laternenmasten montiert“, sagt Sascha Achten von der Gemeindeverwaltung. Viel gebracht habe das bisher nicht. „Die Leute sehen die Schilder - und setzen sich mit ihrem Eisbecher hin“, hat Achten beobachtet. Auch gezieltes Ansprechen der Menschen durch Teams vom Ordnungsamt und konkrete Hinweise zum korrekten Verhalten hätten keine Verbesserungen gebracht. Er befürchtet, dass die Situation noch weiter eskaliert, wenn  das Wetter schön bleibe. „Ich habe Angst vor dem Wochenende“, sagt Achten.

Nicht nur der Verzehr von Lebensmitteln, der laut Verordnung des Landes an öffentlichen Plätzen eingeschränkt ist,  sei ein Problem: Auch die geltenden Sicherheitsabstände von 1,50 Metern würden viele Fußgänger und Radler in der  Fußgängerzone nicht einhalten. Das hat auch Iris Helmer, Mitarbeiterin von Boerholzer Mähwerk, beobachtet: „Die Fußgängerzone ist recht gut besucht. Doch die Menschen achten nicht mehr so auf die Abstände.“ Viele dächten wohl, dass mit den weiteren geöffneten Läden auch der Alltag wieder eingekehrt sei.

 Auf Bänke in der Fußgängerzone sind Verbotsschilder montiert.
Auf Bänke in der Fußgängerzone sind Verbotsschilder montiert. Foto: Daniela Buschkamp

Die Brüggener Gemeindeverwaltung will jetzt auf die Probleme reagieren. „Unser Ordnungsamt wird ab Sonntag verstärkt die Einhaltung der Coronaschutzverordnung kontrollieren und bei Verstößen Bußgelder verhängen“, kündigte Achten an. Wegen der Corona-Krise sei das Personal dort aufgestockt worden: Insgesamt gebe es zehn Mitarbeiter, die im Außendienst unterwegs seien, darunter sind zwei Innendienstmitarbeiter und Mitarbeiter aus anderen Fachbereichen.

In den Geschäften dagegen hat das Ordnungsamt seit den gelockerten Öffnungsbedingungen am Montag keine Verstöße festgestellt, Bei Kontrollen hätten sich alle Betriebe vorbildlich vorbereitet gezeigt. „Die in den vergangenen Wochen stark gebeutelten Unternehmer ziehen alle an einem Strang“, meint Sascha Achten. „Sie haben erkannt, was auf dem Spiel steht und nutzen diese Chance auf einen Neustart.“

Die Kontaktsperre sei auch im Bereich  rund um die Seen ein Thema „Wir werden dort verschärft kontrollieren“, sagt Sascha Achten. Zumal es schon mehrfach Hinweise von Bürgern auf regelmäßige Treffen am Abend gegeben habe.

Diese Probleme kennt auch Thomas Höpfner, Leiter des Ordnungsamtes bei der Gemeinde Schwalmtal, etwa rund um den Harriksee.  „Zwar haben wir  bisher noch  keine Bußgelder verhängen müssen“, sagt Höpfner. Noch hätten sich die Menschen im Gespräch einsichtig gezeigt. Ein Beispiel: Eine Gruppe von Motorradfahrern pausierte am Parkplatz, stand nah zusammen. „Normalerweise kein Problem“, sagt Höpfner. Doch nun müssten  die wegen der Corona-Krise geltenden Regeln eingehalten werden.

Um diese zu verdeutlichen, will die Brüggener Verwaltung im Zentrum neue Schilder aufstellen lassen. Der Tenor: „Brüggen hat noch andere schöne Seiten.“