Handball-Bundesliga: SG Flensburg-Handewitt enteilt Bergischer HC erst in Schlussphase

Handball-Bundesliga : BHC lässt Deutschen Meister erst in Schlussphase enteilen

In einem bis in die Schlussphase ausgeglichenen Duell unterliegt der Bergische HC bei der SG Flensburg-Handewitt mit 23:29 (11:13).

Die SG Flensburg-Handewitt und der Bergische HC gehören zu den Mannschaften in der Handball-Bundesliga mit den wenigsten Technischen Fehlern. Im direkten Aufeinandertreffen gaben die beiden Teams in den ersten zehn Minuten eine Kostprobe davon, indem sie sich gegenseitig mit sicher vorgetragenen Angriffen ein Tor nach dem anderen einschenkten.

Beim Stand von 5:5 (8.) schien es so, als ob sich das Tempospiel und die hohe Wurfquote aus der letzten BHC-Partie gegen den TBV Lemgo-Lippe (35:33) gegen den Deutschen Meister nahtlos fortsetzen sollte. Dann aber plötzlich konzentrierten sich sowohl die Norddeutschen als auch die Löwen auf ihre Qualitäten in der Abwehr. Letztere versuchten mit einer 5:1-Variante mit Linus Arnesson als Manndecker gegen Magnus Rød, dessen Durchbrüche aus dem rechten Rückraum zu kontrollieren. Und die Flensburger agierten in der Folge in der 6:0-Deckung etwas offensiver.

Beide taktischen Maßnahmen führten zwar jeweils zum Erfolg – aber im Ergebnis spiegelte sich das nur auf Seiten der Gastgeber wider. In einer nun torarmen Begegnung blieben Würfe von Kristian Nippes oder Linus Arnesson im Block hängen. Einen dieser Abpraller verwertete Michal Jurecki im Folgeangriff zum 12:9. Anschließend verpasste es der BHC, sogleich wieder den Rückstand zu verkürzen. Nach Schneller Mitte scheiterte Linus Arnesson an SG-Schlussmann Sittrup Bergerud. Und dessen Gegenüber Christopher Rudeck verpasste es nach einer Parade, den Ball mit einem langen Wurf ins verwaiste Gehäuse zu befördern.

Zum Glück für die Bergischen unterliefen auch dem Tabellenführer ähnlich viele Fehlwürfe und ­Technische Fehler, so dass die ungewohnt vielen geblockten BHC-Würfe aus dem Rückraum bis zur Halbzeit (11:13) kaum ins Gewicht fielen.

Mit Majciej Majdzinski auf der rechten Halbposition bekam der BHC-Angriff in der zweiten Halbzeit neuen Schwung. Der Pole traf gleich nach Wiederbeginn zweimal und schaffte so Räume für Linus Arnesson, weil die Flensburger nun Majdzinski mehr im Blick hatten. Der BHC nutzte die kurze Schwächephase des Kontrahenten, eine Überzahl-Situation und die eigenen Stärken zu drei Treffern in Serie, um in der „Hölle Nord“ beim 16:15 erstmals in Führung zu gehen.

Noch nie war der Bergische HC so nah an Zählbarem in der Flens-Arena wie am Donnerstagabend – an dem Ort, wo es in der Erstliga-Vergangenheit zum Teil deprimierende Niederlagen mit hohen zweistelligen Abständen gegeben hat. Dass es am Ende nicht zur Überraschung gereicht hat, lag in erster Linie an dem zwischen die Flensburger Pfosten gewechselte Benjamin Buric. Mit zwei Paraden gegen Linus Arnesson und Sebastian Damm legte der Keeper den Grundstein für die Drei-Tore-Serie von Michal Jurecki (2) und Johannes Golla, die den entscheidenden Zwischenspurt bedeutete (50. / 23:20).

Die Drei-Tore-Führung wuchs bis zum Ende noch auf sechs Treffer an, weil die Löwen den sechsfachen Torschützen Jim Gottfridsson mit seiner individuellen Klasse nicht in den Griff bekamen sowie Fabian Gutbrod und Tomas Babak den Ball in den nur noch wenigen Angriffen in der Schlussphase nicht an Benjamin Buric vorbeibekamen.

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