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Handball-Bundesliga: Bergischer HC mit Zittersieg gegen GWD Minden

Handball-Bundesliga : BHC feiert erlösenden Zittersieg

Handball-Erstligist Bergischer HC setzte sich in einer jederzeit ausgeglichenen Partie gegen den TSV GWD Minden hauchdünn mit 25:24 (13:12) durch. Garant für den knappen Sieg war Löwen-Keeper Tomas Mrkva mit 22 Paraden.

Noch vor wenigen Wochen hatte der Bergische HC in der Tabelle der Handball-Bundesliga aussichtsreich hinter den Füchsen Berlin auf Tabellenplatz sieben gelauert – mit Aussichten, sich womöglich für den EHF-Pokal zu qualifizieren. Nach vier Niederlagen in Serie waren die Löwen zuletzt ins triste Mittelfeld bis auf Position elf abgerutscht. Mit einem 25:24-Erfolg gegen den TSV GWD Minden stoppte das Team von Trainer Sebastian Hinze ein weiteres Durchreichen. Die Partie im Spielfilm.

9. Minute Mit einem Kempa-Tor von Fabian Gutbrod nach Zuspiel von Linus Arnesson startet der BHC vielversprechend in die Partie. Erst im vierten Folgeangriff bieten sich wieder ähnliche Freiräume: Der Schwede verkürzt aus der Distanz zum 2:3. Beim Ausgleich hat Jeffrey Boomhouwer Glück, dass Juri Knorr beim Versuch, einen langen Pass auf den Niederländer abzufangen, den Ball nicht festhalten kann.

13. Minute Die Mindener spielen in der Offensive zumindest optisch effektiver, was sich aber nicht im Ergebnis widerspiegelt. Das ist auch mit der Leistung von Tomas Mrkva begründet: Bis zur 13. Minute verzeichnet der BHC-Keeper bereits sechs Paraden, darunter einen (allerdings schwach geworfenen Siebenmeter) von Kevin Gulliksen. Im Gegenzug trifft Fabian Gutbrod zur ersten Zwei-Tore-Führung (7:5).

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19. Minute Dem Positionsangriff des BHC fehlt der Spielfluss und die Beweglichkeit – selbst in Überzahl. Ausnahme bildet ein mustergültiges Anspiel an den Kreis von Linus Arnesson auf Max Darj (8:7). Dass die Gastgeber die anschließend von Arnor Gunnarsson herausgeworfene 9:7-Führung gegen einen keineswegs überzeugenden Gegner gleich wieder verspielen, liegt an den Technischen Fehlern, die sich im Anschluss häufen.

26. Minute Lukas Stutzke trifft den Pfosten, Renars Uscins setzt einen freien Versuch von Rechtsaußen neben das Tor, Max Darj scheitert beim Tempogegenstoß an GWD-Keeper Malte Semisch. Gelegenheiten, sich vor der Pause abzusetzen, gibt es reichlich – zumal Tomas Mrkva seine Zahl an Paraden in Halbzeit eins auf elf aufstockt. Der letzte gehaltene Ball landet nach dem Versuch, einen Schnellangriff mit einem langen Pass einzuleiten, gleich wieder in den Händen der Gäste. Statt 14:11 heißt es beim Gang in die Kabinen nach einem Gulliksen-Treffer 13:12.

40. Minute Die junge Garde mit Lukas Stutzke und Renas Uscins genießt zu Beginn der zweiten Halbzeit weiterhin das Vertrauen auf den Halbpositionen. Letzterer demonstriert beim 16:15 Entschlossenheit, wenig später leistet er sich einen katastrophalen Fehlpass. Den allerdings leistet sich auch der darauf für Uscins eingewechselte David Schmidt. Den Ballverlust macht wieder einmal Tomas Mrkva wett – mit einem weiteren gehalten freien Ball von Kevin Gulliksen nach Tempogegenstoß.

48. Minute In kurzer Folge werden David Schmidt und Kristian Nippes für zwei Minuten vom Feld geschickt. Die vierminütige Unterzahl überstehen die Löwen nicht nur ohne Gegentor, sondern übernehmen nach Treffern von Max Darj und Jeffrey Boomhouwer (Siebenmeter) zum 21:20 wieder die Führung.

52. Minute Tomas Mrkva bleibt der Garant dafür, dass sein Team nicht entscheidend ins Hintertreffen gerät. Zum wiederholten Mal bleibt der Tscheche Sieger im Duell mit GWD-Rechtsaußen Kevin Gulliksen und verhindert in diesem Moment das 22:22.

56. Minute Die defensiv agierende 6:0-Abwehr der Minderner hat bis auf wenige Momente BHC-Kreisläufer Max Darj unter Kontrolle. Wenn aber die Anspiele ankommen, ist er kaum zu halten. Nach fünf Treffern und zwei herausgeholten Siebenmetern scheitert der Schwede jedoch an dem sonst blassen GWD-Schlussmann Malte Semisch. Im Gegenzug erzielt Justus Richtzenhain das 24:23 für die Gäste.

59. Minute 91 Sekunden vor Ende bittet Mindens Coach Frank Carstens zur Auszeit, als seinem Team das Zeitspiel droht. Jetzt demonstrieren die Löwen mit ihrer Körpersprache in der Abwehr, dass sie sich die 25:24-Führung nicht mehr nehmen lassen wollen (25:24). Tatsächlich gelingt den Mindener kein gefährlicher Abschluss. So gehören die letzten 40 Sekunden dem BHC, der die Sekunden clever herunterspielt, indem Linus Arnesson oder Fabian Gutbrod unter Gefahr des Zeitspiels immer wieder Fouls ziehen. Dass der letzte Wurf nicht noch erfolgreich war, tat der Freude über den erlösenden Zittersieg keinen Abbruch.