Handball-Bundesliga: Bergischer HC mit Zittersieg gegen TBV Lemgo

Handball-Bundesliga : Yannick Fraatz besiegelt BHC-Zittersieg

Ohne die Präzision der ersten Halbzeit im Angriff entwickelte sich aus Sicht des Bergischen HC im zweiten Durchgang eine Zitterpartie. Am Ende stand ein 35:33 (19:16)-Sieg gegen den TBV Lemgo-Lippe, mit dem die Löwen ihre Serie auf fünf Spiele ohne Niederlage ausbauten.

Alles war bereitet für das Duell zweier Dauerrivalen in der Handball-Bundesliga. Was rund eine Stunde vor dem eigentlichen Spielbeginn noch auf dem Parkplatz vor der Solinger Klingenhalle fehlte, war der Mannschaftsbus des TBV Lemgo-Lippe. Dieser war bei der Anreise aus Ostwestfalen in eine Vollsperrung geraten. So blieb dem Team von Trainer Florian Kehrmann nach dessen Ankunft nur eingeschränkt Zeit, um sich für die Begegnung beim Bergischen HC aufzuwärmen, die mit 19-minütiger Verspätung angepfiffen wurde. Die Partie im Spielfilm.

6. Minute Den Löwen gelingt ein Start nach Maß. BHC-Keeper Christopher Rudeck glänzt in den ersten Minuten gleich mit zwei Paraden, zudem sind seine Vorderleute hellwach, um Lemgoer Unsicherheiten im Spielaufbau zu bestrafen. Nach zwei Ballgewinnen innerhalb von 30 Sekunden laufen Yannik Fraatz und Lukas Stutzke erfolgreich Tempogegenstöße zur frühen 6:2-Führung. TBV-Coach Florian Kehrmann sieht sich gezwungen, schon jetzt seine erste Auszeit zu nehmen und zugleich einen Wechsel zwischen den Pfosten vorzunehmen.

10. MInute Auch der für Peter Johannesson eingewechselte Piotr Wyszomirski bleibt bei den Würfen von Tomas Babak und Maciej Majdzinski chancenlos. Die Rückraumspieler treffen sicher zum 8:4.

19. Minute Die Lemgoer haben inzwischen ihre Fehlerquote reduziert und versuchen, den Spielfluss der Gastgeber mit einer 5:1-Variante in der Abwehr zu stören. Statt aus dem Rückraum trifft der BHC nun von anderen Positionen – meist initiiert von Linus Arnesson. Der Schweder findet Max Darf am Kreis (9:6), Jeffrey Boomhouwer auf Linksaußen (12:9) oder Yannick Fraatz nach einem Einläufer (13:9). Und schließlich trifft Arnesson nach Zweiter Welle selbst mit einem seiner typischen Sprungwürfe (14:10).

22. MInute Nahezu unauffällig streuen die Lemgoer immer wieder das eine oder andere Tor ein. Der Kontrahent ist nur schwer berechenbar, weil fast in jedem Angriff ein anderer Akteur mit einer anderen Variante zum Abschluss kommt. Nach Dani Baijens Hüftwurf – kaum zu sehen für Löwen-Schlussmann Christopher Rudeck – zum 13:15 legt BHC-Trainer Sebastian Hinze seine erste Grüne Karte zur Auszeit am Kampfgericht ab.

28. Minute Zwei schlecht vorbereitete Würfe von Alexander Weck und Linus Arnesson stellen für den ins TBV-Gehäuse zurückgekehrten Peter Johannesson keine Herausforderung dar. Im Kombination mit einem Stürmerfoul von Rafael Baena bedeutet das für die Ostwestfalen die Gelegenheit, den Rückstand auf einen Treffer zu verkürzen. Diese nutzt Bjarki Mar Elisson zum 16:17.

Mit knapp 20-minütiger Verspätung standen sich beide Teams zur Begrüßung gegenüber. Die Lemgoer waren in eine Vollsperrung geraten. Foto: Meuter, Peter (pm)

30. MInute Noch vor der Halbzeitpause gelingt die Korrektur der kurzen Schwächeperiode. Christopher Rudeck wehrt einen Elisson-Siebenmeter ab, und im Folgeangriff stellt Yannick Fraatz mit seinem fünften Treffer das Ergebnis auf 19:16.

36. Minute Nach Wiederbeginn kommen die Lemgoer besser aus den Kabinen. Dem BHC fehlt bei seinen Abschlüssen die Präzision der ersten Hälfte. Fast hätte Bobby Schagen sogar die erste TBV-Führung erzielt, wenn Christopher Rudeck dessen Versuch von rechtsaußen nicht abgewehrt hätte. Zwei Angriffe später hält der Keeper seinen Kasten gegen Bjarki Mar Elisson noch einmal sauber, und Linus Arnesson trifft im Gegenzug zum 21:20.

49. MInute Mit seinen Paraden bei freien Bällen ist Christopher Rudeck ein Garant dafür, dass sich die Löwen knapp elf Minuten vor Ende mit drei Toren in Serie von Maciej Majdzinski und Jeffrey Boomhouwer (Siebenmeter) wieder eine Drei-Tore-Führung erspielen können. Die Stabilität in der Offensive ist damit allerdings nicht zurückgekehrt. Beide Teams agieren mit Höhen und Tiefen in ihren Angriffen, so dass das BHC-Polster nicht lange Bestand hat.

57. Minute Unter Gefahr des Zeitspiels setzt Tomas Babak mit dem letzten möglichen Pass Max Darj am Kreis in Szene. Auf dessen 32:31 folgt ein ewig langer Lemgoer Angriff – unterbrochen durch eine Auszeit – mit einem Siebenmeter von Bjarki Mar Elisson zum 32:32 als Abschluss. 94 Sekunden vor Schluss trifft Tomas Babak per Einzelaktion zum 33:32. Ein Ballgewinn 39 Sekunden vor Schluss bringt dem BHC den drittletzten Angriff, den Yannick Fraatz zum 34:32 abschließt. Und auch der letzte Treffer zum 35:33-Endstand gehört dem Youngster.