Handball-Bundesliga: Bergischer HC chancenlos im Löwen-Duell

Handball-Bundesliga : Bergischer HC chancenlos im Löwen-Duell

Beim 24:30 (12:16) lässt der BHC die Rhein-Neckar Löwen in der Endphase der ersten Hälfte ziehen. Es fehlen die Mittel, um heranzukommen.

Nach seinen glänzenden Leistungen in den ersten beiden Spielen bei der HSG Nordhorn-Lingen und gegen die MT Melsungen hätte es eigentlich keinen Grund gegeben, Christopher Rudeck zu Beginn auf der Bank Platz nehmen zu lassen. In der Mannheimer SAP-Arena bekam beim Bergischen HC stattdessen sein Spannmann Tomas Mrkva den Vorzug. Der tschechische Neuzugang, nach einer Verletzung an der Hand bislang noch ohne Einsatzminute in dieser Saison, sollte sich nach Ansicht von Löwen-Coach Sebastian Hinze in der Ersten Liga ohne die Last einer möglichen Drucksituation akklimatisieren.

Von Nervosität war bei Tomas Mrkva keine Spur. Und auch das Tape an seiner rechten Hand schien kein Handicap zu bedeuten. In der Anfangsviertelstunde verzeichnete der Mann mit der Trikotnummer 61 fünf Paraden, wobei allerdings drei davon in die Kategorie Pflichtparade einzustufen waren – weil den Versuchen der Rhein-Neckar Löwen aus dem Rückraum die Härte fehlte. Schwer zu halten waren hingegen die beiden freien Bälle der Außen Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki. Der von HBW Balingen-Weilstetten gekommene Schlussmann war in der Ersten Liga angekommen.

Zu diesem Zeitpunkt mischten die Bergischen im Löwen-Duell bestens mit. Fabian Gutbrod war in der Anfangsphase nur schwer zu halten. Der Rückraumlinke markierte drei Treffer in Serie aus dem Rückraum und zudem per Durchbruch. Mit einer weiteren Eins-gegen-Eins-Situation holte er einen Siebenmeter heraus, den Arnor Gunnarsson zum 5:4 (10.) verwandelte.

In ihrem ersten Heimspiel der Saison übernahmen die Rhein-Neckar Löwen ab der 20. Minute das Heft in die Hand. Beide Mannschaften gingen hohes Tempo, praktizierten mehrfach die Schnelle Mitte – wobei der Favorit deutlich effektiver seine Chancen nutzte und sich viele freie Würfe herausspielte. Der BHC musste die Gastgeber innerhalb von vier Minuten auf fünf Treffer ziehen lassen (24. / 13:8), weil sich plötzlich die bislang ordentliche Abschlussquote reduzierte. Max Darj etwa traf unter Bedrängnis nur den Pfosten, und Fabian Gutbrod hatte längst nicht mehr die Freiheiten wie noch in den ersten zehn Minuten.

Nach der zweiten Auszeit innerhalb von nur knapp zwei Minuten ließen Jeffrey Boomhouwer und Kristian Nippes den Rückstand zur Pause (12:16) zumindest nicht anwachsen. Dabei profitierte der BHC von einer Überzahl-Situation.

Mit Beginn der zweiten Hälfte wurde Tomas Mrkva seiner undankbaren Aufgabe entbunden, nahezu chancenlos immer wieder einem frei vor ihm auftauchenden RNL-Akteur gegenüber stehen zu müssen. Doch auch Christopher Rudeck konnte fortan nur wenig ausrichten, weil seine Vorderleute in der Abwehr kaum Zugriff auf Jannik Kohlbacher, Andy Schmid oder Niclas Kirkelokke bekamen.

Angeführt von dem nun wieder treffsicheren Fabian Gutbrod schaffte es der BHC zumindest, bis Mitte des zweiten Durchgangs den Abstand auf vier Treffer zu halten. Um näher heranzukommen, fehlten Arnesson und Co. jedoch die Ideen in der Offensive und die Effektivität im Kreisläufer-Spiel gegen eine kompakte Abwehr der Rhein-Neckar-Löwen. Zu allem Überfluss steigerte sich deren eingewechselter Keeper Mikael Appelgren, der mit Sebastians Damms Siebenmeter beim Stand von 21:25 (51.) den zweiten Strafwurf abwehrte.

Angesichts der Aussichtslosigkeit, der Partie noch eine Wende geben zu können, gönnte Sebastian Hinze drei Akteuren noch etwas Spielpraxis. Neben Sebastian Damm und Lukas Stutzke nutzte vor allem Yannik Fraatz seine Einsatzminuten. Der Youngster erzielte in der Schlussphase drei Treffer und blieb dabei ohne Fehlversuch. Am Ende siegten die Gastgeber auch in der Höhe verdient mit 30:24 (16:12).