Handball-Bundesliga: Bergischer HC siegt in Schlusssekunde gegen HC Erlangen

Handball-Bundesliga : Alexander Weck lässt den BHC jubeln

Zwei Sekunden vor Schluss beendete der Nachwuchsmann des Bergischen HC die Zitterpartie gegen den HC Erlangen mit seinem Tor zum 25:24 (11:13)-Endstand. Lange Zeit waren die Löwen einem Zwei- bis Drei-Tore-Rückstand hinterhergelaufen.

Nach Arnor Gunnarsson (Muskelbündelriss) verzeichnete der Bergische HC vor dem Heimspiel gegen den nur einen Punkt besser platzierten HC Erlangen kurzfristig die Ausfälle von zwei weiteren Leistungsträgern. Keeper Tomas Mrkva fehlte mit einer Entzündung der Patellasehne und wird wohl zwei Wochen ausfallen. Zudem musste Csaba Szücs mit einer knöchernen Verletzung passen. Für den Abwehrchef rückte erst Alexander Weck und später Lukas Stutzke neben Max Darj in den Innenblock. Die Partie im Spielfilm.

1. Minute In der Regel vertraut BHC-Coach Sebastian Hinze von Beginn auf eine 6:0-Deckung. Gegen Erlangen überrascht er von der ersten Sekunde an mit einer 5:1-Variante, bei der Linus Arnesson auf der Spitze agiert. Ungewohnt ist auch das Personal der Startformation mit Sebastian Damm und Yannik Fraatz auf den Außenpositionen sowie Alexander Weck, der auch im Angriff agiert und beim 5:7 als Torschütze in Erscheinung tritt.

14. Minute Christopher Rudeck gehört zu den auffälligsten Akteuren beim BHC. Obwohl sich der Torhüter zu diesem Zeitpunkt bereits mit sechs zum Teil spektakulären Paraden ausgezeichnet hat, liegt sein Team mit 6:9 zurück. Zu oft bietet sich eine Lücke in der keineswegs sattelfesten Löwen-Abwehr, die die Gäste für freie Würfe aus dem Rückraum oder präzise Anspiele an den Kreis nutzen. Daran ändert auch die Umstellung auf die vertraute 6:0-Abwehrvariante wenig.

23. Minute Neue Impulse für den Angriff soll der für Linus Arnesson auf der Mittelposition eingewechselte Tomas Babak bringen. Mit einem Sololauf als erste Aktion holt der Tscheche sogleich einen Siebenmeter heraus. Sebastian Damm scheitert jedoch von der Linie an HCE-Schlussmann Carsten Lichtlein wie schon zuvor Jeffrey Bommhouwer als auch nur einen Angriff später Babak selbst. Der BHC verpasst so die große Chance, schon jetzt auf 11:12 zu verkürzen.

28. Minute Die beiden Fehlversuche machen Tomas Babak mit einem Rückraum-Kracher (10:12) sowie Jeffrey Boomhouwer per Tempogegenstoß (11:12) wett. Nun sind auch die Zuschauer in der Klingenhalle lautstark zu hören. Allerdings erweist sich der vierte vergebene Siebenmeter gleich wieder als Stimmungstöter. Statt Ausgleich markiert Antonio Metzner im Gegenzug das 13:11 für die Franken – der Halbzeitstand.

38. Minute Die Löwen zwingen ihren Kontrahenten mit einer nun deutlich besseren Deckungsarbeit zu langen Angriffen und ins Zeitspiel. Der Zwei-Tore-Rückstand aber bleibt vorerst bestehen. In die Karten spielt dem BHC eine Zeitstrafe gegen Nikolai Link. Zwei Ballgewinne, zwei Treffer von Jeffrey Boomhouwer und Lukas Stutzke ins leere Erlanger Gehäuse – und es steht 16:17 (40.).

Mit Tomas Babak auf der Mittelposition bekam das Angriffsspiel neuen Schwung. Foto: Meuter, Peter (pm)

43. Minute Die Aufholjagd bleibt mühsam, weil den Gästen schlichtweg weniger Fehler als ihrem Kontrahenten unterlaufen. Nach Toren in Folge von Quentin Minel und Johannes Sellin beträgt der Rückstand erneut drei Treffer (17:20).

50. Minute Erstmals zeigen die Franken Schwächen: Drei Ballverluste laden die Löwen zum Tempospiel ein, das Jeffrey Boomhouwer und Max Darj zum 20:21 nutzen. Nach einer Erlanger Auszeit und einem weiteren Fehlpass gelingt Tomas Babak der fast schon erlösende Ausgleich zum 21:21.

52. Minute Als Kapitän übernimmt Kristian Nippes die Verantwortung beim Siebenmeter. Statt zum fünften Mal an Carsten Lichtlein zu scheitern, steht mit dem 22:21 die erste BHC-Führung seit dem 1:0.

54. Minute Lukas Stutzke setzt alles auf eine Karte, als er Christopher Bissel beim Tempogegenstoß stören will und in den Wurfarm gerä. Mit Rot muss er vom Feld, obendrein vollendet Bissel zur erneuten HCE-Führung (23:22).

60. Minute Die Schlussphase strapaziert die Nerven aller Spielbeteiligten und Zuschauer. Quentin Minel scheitert an Christopher Rudeck. Linus Arnesson bekommt beim Abschluss der Zweiten Welle einen Schrittfehler abgepfiffen. Carsten Lichtlein pariert gegen Jeffrey Boomhouwer. Nico Büdel trifft nur den Pfosten – und der BHC bekommt die Gelegenheit des letzten Angriffs. Acht Sekunden und drei Pässe bleiben nach einer Auszeit: Genug Zeit, um Alexander Weck in Position zu bringen, der hoch in Luft steigt und mit dem 25:24-Siegtreffer einen vor Wut tobenden Carsten Lichtlein zwischen den Erlanger Pfosten zurücklässt.

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