Bergischer HC: Eines der einfachsten Spiele der Saison

Bergischer HC : Eines der einfachsten Spiele der Saison

Viktor Szilágyi kehrt mit dem Handball-Erstligisten Bergischer HC an seine alte Wirkungsstätte zurück – mit Vorfreude und Respekt.

Viktor Szilágyi kehrt mit dem Handball-Erstligisten Bergischer HC an seine alte Wirkungsstätte zurück — mit Vorfreude und Respekt.

Das Gefühl sagt Viktor Szilágyi, dass seine Zeit bei der SG Flensburg-Handewitt schon weit zurückliegt. Dabei hat sich der Österreicher bei den Norddeutschen erst vor gut anderthalb Jahren verabschiedet. "Das liegt alleine daran, dass wir nach dem Abstieg noch eine Saison in der Zweiten Liga durchlaufen mussten." Szilágyi ist wohl der einzige Akteur aus dem Kader des Bergischen HC, der sich aufgrund seiner Vergangenheit und der vielen Bekanntschaften an der Förde auf die morgige Auswärtspartie riesig freut. "Dabei ist dieses Spiel nicht das, das man sich als Handballer wünscht", gibt der Mittelmann zu. Der Aufwand mit einer Anreise am Vortag stehe mit der realistischen Chance, dort Punkte zu holen, in keinem Verhältnis. "In jedem Fall entschädigt die fantastische Atmosphäre in der Halle für die ganzen Strapazen. In Flensburg zu spielen, macht auch jedem Auswärtsteam Spaß."

Beim aktuellen Tabellendritten hat Viktor Szilágyi um die ganz großen Erfolge mitgespielt — wie eigentlich immer in seiner langen Karriere als Handballprofi. Mit dem Bergischen HC findet sich der 35-Jährige erstmals im Abstiegskampf wieder. "Natürlich ist es schöner, um den Titel oder um die Qualifikation für die Champions League mitzuspielen, weil man auf einer Erfolgswelle schwimmt." Im Grunde genommen unterscheiden sich beide Situationen jedoch nicht: "In beiden Fällen muss man so viele Punkte wie möglich holen, um sein Ziel zu erreichen". Es sei nur die Frage, wie man als Mannschaft mental mit der Mehrzahl an Niederlagen umgehe. Viktor Szilágyi ist sich bewusst, dass die Entscheidung im Kampf um den Klassenerhalt erst an einem der letzten Spieltage fallen wird.

Die zehntägige Pause nach der intensiven Englischen Woche mit den drei Spielen gegen HBW Balingen-Weilstetten, den SC Magdeburg und FrischAuf Göppingen haben der Mannschaft gutgetan. Zwei freie Tage waren inklusive. "Das war für den Kopf sehr gut." Der Löwen-Kapitän hätte allerdings auch nichts dagegen gehabt, wenn es im normalen Rhythmus weitergegangen wäre. "In unserer Situation willst du direkt wieder spielen, um dir ein beruhigendes Polster zu verschaffen." Ob das ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Club gelingt, ist fraglich. "Es ist für uns eines der leichtesten Spiele, weil keine Erwartungshaltung gegeben ist — ganz im Gegensatz zu den Partien gegen Eisenach oder Minden, in denen wir unter Druck gestanden haben."

Die jüngsten Ergebnisse der SG Flensburg-Handewitt stimmen nicht gerade zuversichtlich. Im Durchschnitt hat die beste Abwehr der Liga zuletzt seine Gegner mit mindestens zehn Treffern Differenz distanziert. Selbst die Füchse Berlin wurden in eigener Halle vorgeführt (20:31). "Wenn man so niedrig wie möglich verlieren will, kann das nur böse enden." Trainer Sebastian Hinze baut stattdessen auf eine mutige Spielweise seines Teams, die sich vor allem auf einen verbesserten Positionsangriff stützen soll. Daran hat der Coach in den vergangenen Tagen intensiv arbeiten lassen. "Unsere Quote war zuletzt mit 15 Fehlversuchen aus neun Metern pro Spiel nicht in Ordnung. Gleiches gilt für die Wurfauswahl." Hinze ist nun gespannt, was als Ergebnis nach 60 Minuten herausspringt, wenn Positionsangriff gegen Positionsangriff spielen muss. Wenn das gegen die konterstarken Flensburger gelingt, wird beim Bergischen HC nicht nur Viktor Szilágyi seine Freude an dem Auftritt in der "Flens-Arena" haben.

(RP)
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