Bergischer HC: Das Grundproblem war der Positionsangriff

Bergischer HC : Das Grundproblem war der Positionsangriff

Björgvin Gustavsson wusste aus unzähligen Trainingseinheiten noch sehr gut, wie die Bewegungsabläufe seiner ehemaligen Teamkollegen des SC Magdeburg aussehen. So parierte der Keeper des Bergischen HC spektakulär einige freie Würfe von Außen oder nach Tempogegenstößen, um so ein Debakel an alter Wirkungsstätte zu verhindern. Mit 20:31 (11:15) fiel die Niederlage des Handball-Erstligisten ohnehin schon deutlich aus, ohne ein Teil der insgesamt 16 abgewehrten Bälle des Isländers wäre es noch schlimmer gekommen.

Dabei hatte die Begegnung nach ein paar Startschwierigkeiten einen hoffnungsvollen Verlauf genommen. Den 1:4-Rückstand aus der 6. Minute hatten die Löwen mit einer Steigerung in der offensiv ausgerichteten 6:0-Abwehr zum 7:7 ausgeglichen (16.). Benjamin Meschke war sogar die 8:7-Führung gelungen. Trotzdem nahm Sebastian mitten in die erfolgreichste BHC-Phase der ersten Halbzeit seine Auszeit. "Ich hatte seit längerer Zeit das Gefühl, dass es im Positionsangriff nicht läuft", begründet der BHC-Trainer seine unerwartete Handlung nach drei Treffern in Serie.

Tatsächlich war es das Grundproblem des Bergischen HC an diesem Abend, was die beiden Überzahl-Situationen in kurzer Folge deutlich aufzeigten. Während Jure Natek in dieser Phase für die Magdeburger zum 12:10 erfolgreich war, blieben die Angriffsbemühungen von Kristian Nippes (Fehlpass ins Toraus/Parade von Dario Quenstedt) und Alexander Oelze (ebenfalls mit gutem Positionsspiel abgewehrt vom SCM-Keeper) erfolglos. Immerhin holten die Löwen noch einen Siebenmeter heraus, den Arnor Gunnarsson zwei Minuten vor dem Seitenwechsel zum 11:12-Anschlusstreffer verwandelte.

Ab da war der BHC chancenlos. Bartosz Jurecki, Tim Hornke und Kjell Landsberg erhöhten noch vor der Pause auf 15:11. Dieses Polster verteidigten die Bördeländer bis zur 44. Minute, ehe sie von der hohen Fehlerquote ihres Kontrahenten profitierten und nahezu mühelos das Ergebnis Tor um Tor in die Höhe schraubten. "Uns fehlten die Frische und die Ideen, um dagegen halten zu können", musste Sebastian Hinze zugeben.

(gra)
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