Bergischer Hc: Ein Kämpfertyp für den Innenblock

Bergischer Hc : Ein Kämpfertyp für den Innenblock

Als er den Anruf vom Bergischen HC bekam, musste Fabian Bohnert nicht lange überlegen. Der 30-jährige Kreisläufer setzte alle Hebel in Bewegung, um kurzfristig aus Bietigheim zum Liga-Konkurrenten wechseln zu können.

Keine guten Erinnerungen an den Bergischen HC hat Fabian Bohnert. Und trotzdem wollte der Kreisläufer unbedingt dorthin. In zahlreichen Zweitliga-Duellen mit der TSG Münster oder später der HSG Frankfurt Rhein Main hat der 30-Jährige fast immer verloren. Nur ein einziges Mal ist ein Unentschieden herausgesprungen. "Da spielten sieben Leute, und die anderen sieben sind auf der Bank aufgesprungen und haben angefeuert." Angestachelt von diesem Mannschaftsgefühl hat Fabian Bohnert immer noch eine Schippe draufgelegt, um es diesen "Blödmännern" zu zeigen.

Gerade deswegen gehört Fabian Bohnert zu den Akteuren, die Sebastian Hinze aus seiner aktiven Zeit unangenehm in Erinnerung geblieben sind. "Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn man einen Gegenspieler in den 60 Minuten auf dem Feld gar nicht leiden kann." Der Trainer des Handball-Zweitligisten zögerte keinen Moment, um zum Telefon zu greifen, als Bohnerts Name auf der Liste der möglichen Ersatzleute für den an der Schulter verletzten Stanko Sabljic auftauchte. "Seitdem feststeht, dass Stanko womöglich bis Ende der Saison ausfallen wird, sind uns viele Spieler angeboten worden. Aber keiner erfüllte die Kriterien eines Kreisläufers, der auch die Aufgaben im Innenblock übernehmen kann. "Fabian lebt die Abwehr. Das hat uns in den letzten Spielen gefehlt."

Vor wenigen Wochen war Fabian Bohnert bei der SG Bietigheim darüber informiert worden, dass man mit ihm über die Saison hinaus nicht mehr plane. Ein glücklicher Umstand, aufgrund dessen der Bergische HC bei dem gebürtigen Bayern offene Türen eingerannt ist. "Ich musste höchstens zwei Minuten überlegen. Ich war sofort Feuer und Flamme." Den Wechsel vor der Auswärtspartie beim EHV Aue ließ sich noch nicht realisieren, weil Bohnert noch bei den Schwaben gegen die SG Leutershausen benötigt worden war. Nun aber erteilte der Liga-Konkurrent die Freigabe, obwohl beide Clubs am zweiten Weihnachtsfeiertag im letzten Spiel der Hinrunde noch aufeinandertreffen. "Ich hätte nicht den beleidigten brasilianischen Fußballer gemimt, wenn ich nicht das Grüne Licht bekommen hätte. So aber freue ich mich unglaublich auf einen außergewöhnlichen Wechsel." Noch nie hat sich der 30-Jährige während der laufenden Saison einem neuen Verein angeschlossen. "Es ehrt mich, meinen Teil zum anvisierten Erstliga-Aufstieg beitragen zu können."

Möglich wurde der kurzfristige Transfer im Übrigen durch die Rückkehr von "ABC Edelstahl" in den Sponsorenpool des Bergischen HC. Das Wuppertaler Unternehmen hatte sich nach dem Erstliga-Abstieg zurückgezogen.

(RP)
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