Bergischer Hc: Eindrucksvolle Handball-Demonstration

Bergischer Hc : Eindrucksvolle Handball-Demonstration

Nach nur 34 Sekunden stand der Bergische HC ohne etatmäßigen Kreisläufer da. Auch ohne den an der Schulter verletzten Stanko Sabljic gewann der Zweitligist gestern Abend das Spitzenspiel beim ThSV Eisenach mit 33:25.

Am Anfang stand der Jubel über die erste gelungene Aktion im Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga. Stanko Sabljic war am Kreis freigespielt worden und hatte sich trotz der Umklammerung von Daniel Luther drehen können. Bei seinem erfolgreichen Wurfversuch landete der Serbe jedoch derart unkontrolliert auf dem Parkettboden, dass er sich die linke Schulter auskugelte. Gerade einmal 34 Sekunden waren gespielt. Aus den Gesichtern auf der Mannschaftsbank des Bergischen HC sprach Entsetzen, als Stanko Sabljic von den Sanitätern sowie Physiotherapeut Carsten Walonka und dessen Eisenacher Berufskollegen Martin Münzberg in die Kabine begleitet wurde.

Sebastian Hinze reagierte ohne Zögern. Kopfschüttelnd kehrte er vom Ort des Geschehens zur Mannschaftsbank zurück. Erst signalisierte der Löwen-Coach Viktor Szilágyi, dass er im Innenblock übernehmen sollte. Und dann ging er zielstrebig auf Emil Berggren zu und übertrug ihm die Offensivaufgabe des Kreisläufers. Dieser war sichtlich verdutzt, denn er hatte damit gerechnet, dass Michael Hegemann den schwerwiegenden Ausfall kompensieren sollte. Schließlich hatte "Hege" in der Vorbereitung mehrfach hier gespielt, als Max Weiß verletzt gefehlt hatte.

Der Bergische HC musste spontan improvisieren und nahm das zum Anlass, gegen den ThSV Eisenach eine eindrucksvolle Handball-Demonstration abzuliefern. Bereits bis zum Gang in die Kabinen hatten Szilágyi, Nippes, Hoße und Co. mit einer Vier-Tore-Führung dafür gesorgt, dass es ruhig war in der ansonsten bei der Zweitliga-Konkurrenz gefürchteten Werner-Aßmann-Halle (19:15). Den zwischenzeitlichen 4:6-Rückstand hatten die Löwen cool weggesteckt und geduldig auf beste Chancen gewartet. Als Emil Berggren vom Kreis spektakulär aus äußerst spitzem Winkel zum 9:8 vollendete (11.), war sie nicht mehr zu übersehen: die Körpersprache einer Mannschaft, die ein Spiel unbedingt gewinnen will.

Deswegen blieb auch eine Serie von drei Zeitstrafen gegen Richard Wöss (18.), Michael Hegemann (18.) und Emil Berggren (20.) in kurzer Reihenfolge ohne Folgen, von denen zumindest zwei in keinem Verhältnis zu den Abwehraktionen auf der Gegenseite standen. In Unterzahl hätte der BHC sogar seine 13:10-Führung ausbauen können, wenn die Schiedsrichter bei freien Würfen von Berggren und Viktor Szilágyi die Fouls geahndet hätten. Und trotzdem ging der Tabellenführer mit 2:1 Toren aus dieser kritischen Phase.

"Es war eine große Show von uns", freute sich Emil Berggren, der sich nach seinen beiden frühen Treffern fast ausschließlich darauf konzentrierte, Verteidiger zu binden und Lücken zu schaffen für die Schützen aus dem Rückraum. In der zweiten Hälfte war es erst Viktor Szilágyi, der davon profitierte. Während einer längeren Behandlungspause sprang Alexander Oelze ein und war mit vier Feldtoren maßgeblich daran beteiligt, dass der Vorsprung bis zur 48. Minute komfortabel auf sieben Treffer anwuchs.

Nach dem 33:25-Erfolg sprach Sebastian Hinze von einem perfekten Tag. "Es hat einfach alles funktioniert." Damit meinte er ganz besonders die Spontaneinsätze von Emil Berggren am Kreis sowie in der zweiten Hälfte von Jiri Vitek im Innenblock.

(RP)