Bergischer Hc: Mit stoischer Ruhe zum Coup von Eisenach

Bergischer Hc : Mit stoischer Ruhe zum Coup von Eisenach

Es bleibt keine Zeit, den 33:25-Auswärtssieg in Thüringen zu genießen. Morgen schon geht die Englische Woche für den Bergischen HC weiter.

Die Analyse seines Trainerkollegen kam Sebastian Hinze sehr bekannt vor. Vor nur wenigen Tagen hatte der Coach des Bergischen HC die überraschend deutliche Heimniederlage gegen den HC Erlangen damit erklären müssen, dass sich sein Team in eine Unsicherheitsspirale gespielt hatte. Mit jeder misslungenen Offensivaktion war ein Stück der Souveränität in der Defensive gebröckelt.

Nach dem 33:25 (19:15)-Erfolg im Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga schwärmte Adalsteinn Eyolfsson von der stoischen Ruhe des Tabellenführers. "So etwas zeichnet eine Spitzenmannschaft aus. Das ist das, wo wir hin wollen." Als der Trainer des ThSV Eisenach nach zwei Treffern von Viktor Szilágyi (in Unterzahl) und Christian Hoße (Tempogegenstoß) in der 16. Minute zur Auszeit bat, hatte er bereits registriert, dass selbst seine gestandenen Akteure ungeduldig wurden. "Wir werden überhastet, verlieren die spielerische Linie. Mit jeder weiteren Aktion wird es immer schwieriger, sich die Sicherheit zurückzuholen." Großen Anteil daran hatte Löwen-Keeper Mario Huhnstock, der sich im Laufe der Partie immer mehr steigerte und mehrfach gerade aufkommende Stimmung in der Werner-Aßmann-Halle mit seinen Paraden im Keim erstickte.

Es gab wenige Momente, in denen die Thüringer dem Spiel eine Wende hätte geben können. Beim Stand von 12:14 beispielsweise, als Richard Wöss freistehend von Rechtsaußen das inzwischen von Adrian Winkler gehütete Gehäuse verfehlte. Der Nachwuchsmann aus der ThSV-Reserve hatte zuvor schon zwei freie Bälle pariert. "Ihr habt doch keine Angst vor einem 18-Jährigen", brüllte Viktor Szilágyi und weckte den Ehrgeiz der Konzentration. Wenig später saßen die Versuche von Außen: Die drei Treffer in Serie von Richard Wöss (2) und Christian Hoße bedeuteten kurz vor dem Seitenwechsel den entscheidenden Zwischenspurt zum 18:14 (29.).

In der zweiten Hälfte war es ein weiterer personeller Ausfall, der befürchten ließ, dass das komfortable Polster womöglich nicht reichen könnte. Viktor Szilágyi war bei seinem Schlagwurf zum 22:17 (38.) attackiert worden und musste sich nach seinem achten Feldtor von Physiotherapeut Carsten Walonka längere Zeit an der Mannschaftsbank behandeln lassen. Offensiv übernahm Alexander Oelze, ohne dass ein Bruch ins Spiel kam. Und die Defensivaufgabe im Innenblock, die Szilágyi für Stanko Sabljic hatte übernehmen müssen, erfüllte jetzt Jiri Vitek. "Es hat einfach alles funktioniert", freute sich Sebastian Hinze über den Coup von Eisenach. Auch Stefan Adam war schwer beeindruckt von der sportlichen Antwort auf das jüngste Negativerlebnis gegen Erlangen. "Hut ab vor der Mannschaft und dieser Leistung. Mit diesem deutlichen Ergebnis hätte ich niemals gerechnet", gab der (Noch-) Manager des Bergischen HC zu.

Es bleibt keine Zeit, den zwölften Saisonsieg zu genießen. Bereits morgen Abend wartet auf den Bergischen HC in der Klingenhalle die nächste Aufgabe gegen die TSG Friesenheim, die vorgestern ihr Heimspiel gegen den VfL Bad Schwartau nach einer "desolaten Leistung" (Eulen-Trainer Thomas König) deutlich mit 20:29 verloren hat.

(RP)