Bergischer Hc: BHC stürzt am Ort des Erstliga-Aufstiegs

Bergischer Hc : BHC stürzt am Ort des Erstliga-Aufstiegs

Vor anderthalb Jahren hatte der Bergische HC in der Erzgebirgshalle noch den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte gefeiert. In der Neuauflage des Duells gegen den EHV Aue verloren die Löwen mit 35:36 (18:17) und ihre Tabellenführung.

In vielen Spielen dieser Saison hatte sich der Bergische HC in der ersten Halbzeit nicht absetzen können, um am Ende trotzdem mit einem sicheren Sieg das Feld zu verlassen. Die Auswärtspartie vor 1400 Zuschauern in der Lößnitzer Erzgebirgshalle hätte eine weitere Kopie werden können, als der Handball-Zweitligist Mitte des zweiten Durchgangs zum Zwischenspurt ansetzte.

Jiri Vitek, für den verletzten Kristian Nippes kurzfristig in die alleinige Verantwortung im rechten Rückraum gerückt, präsentierte sich gegen den EHV Aue torgefährlich wie selten in dieser Saison zuvor. Ein lupenreiner Hattrick gelang dem Tschechen, um innerhalb von zweieinhalb Minuten den 24:24-Zwischenstand in eine 27:24-Führung zu verwandeln (45.).

Die Auszeit von Aues Trainer Runar Sigtrygsson schien die Bergischen genauso wenig aus dem Rhythmus zu bringen wie die kurz darauf folgende Zwei-Minuten-Strafe gegen Viktor Szilagyi. In Unterzahl erhöhte Christian Hoße auf 28:24 (47.).

Kurz vor der Pause war der BHC in ähnlicher Situation gewesen. Der erneut als Kreisläufer eingesetzte Emil Berggren und Alexander Oelze hatten ihr Team in dem Kopf-an-Kopf-Rennen ein Drei-Tore-Polster herausgeworfen (26. / 16:13), das bis zum 18:15 Bestand hatte. In den letzten 100 Sekunden der ersten 30 Minuten aber holten Shinnosuke Uematsu und Ladislav Brykner den angeschlagenen EHV Aue und das Publikum zurück in die Partie. "In beiden Fällen haben wir es nicht geschafft, das Spiel endgültig in den Griff zu bekommen", ärgerte sich Sebastian Hinze über die verpasste Chance, zwei Punkte aus Solingens Partnerstadt mitzunehmen.

Nach Christian Hoßes 28:24 gaben die Löwen in nur vier Minuten ihre mühsam erarbeiteten Vorteile wieder aus der Hand. Zu Szilagyis Zeitstrafe gesellten sich ein Stürmerfoul und zwei Fehlversuche sowie die damit verbundene Einladung an die Gastgeber, ein zweites Mal zurückzukommen.

Die zu erwartende Reaktion nach den vier Treffern von Eric Meinhardt, David Hansen, Kevin Roch und Marcel Schäfer zum 28:28 (51.) war das Ablegen der Grünen Karte zur Auszeit. Sebastian Hinze verhinderte so, dass der Zweitliga-Aufsteiger dem Erstliga-Absteiger nicht noch mehr Tore in Serie einschenkte. Den letzten Ausgleich erzielte Alexander Oelze per Siebenmeter (55. / 31:31), ehe sich der EHV Aue auf zwei Treffer absetzte und den knappen Vorsprung in der Schlussminute auch in Unterzahl nicht mehr aus der Hand gab.

Beim Erklärungsversuch, warum sein stark ersatzgeschwächtes Team den möglichen Sieg nicht realisiert habe, bleibt Hinze neben "einigen Disziplinlosigkeiten in der Schlussphase" auch an den Zeitstrafen und den eingeschränkten personellen Möglichkeiten hängen. "Bis auf die Außen haben wir fast immer mit der gleichen Besetzung durchspielen müssen. Möglich, dass deswegen die Kräfte nicht gereicht haben."

Die hohe Zahl an Gegentreffern bei der 35:36-Niederlage machte der Löwen-Trainer unter anderem daran fest, dass Michael Hegemann und Viktor Szilagyi früh mit zwei Zwei-Minuten-Strafen belastet waren. "Uns hat der eine oder andere einfache Ballgewinn gefehlt", haderte Hinze. Fast alles lief beim gestürzten Tabellenführer nur über den Positionsangriff.

(RP)
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