Bergischer Hc: Gefühlter Tiefpunkt dieser Saison

Bergischer Hc : Gefühlter Tiefpunkt dieser Saison

Der Bergische HC kassiert beim 30:31 gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim seine zweite Heimniederlage hintereinander.

Nur eins kann das treue Publikum des Bergischen HC noch milde stimmen. Die Löwen bleiben Tabellenführer in der Zweiten Liga. Allerdings sahen die Handballer gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim nicht wie eine Mannschaft auf Kurs Richtung Aufstieg aus. Im Gegenteil: Der BHC zeigte seine bisher schwächste Vorstellung in dieser Spielzeit. Während in der ersten Halbzeit die offensiven Qualitäten zu wenig zum Vorschein gekommen waren, verloren die Gastgeber die Begegnung in den zweiten 30 Minuten in der Deckung.

Dass in der eigentlich so effektiven 6:0-Abwehr Max Weiß beziehungsweise Stanko Sabljic verletzungsbedingt fehlten, mag ein Faktor für die offenbarten Schwächen sein. Als Ausrede lässt Trainer Sebastian Hinze die Ausfälle allerdings nicht gelten: "45 Minuten lang war das zu wenig – und das ärgert mich richtig". Die TSG Ludwigshafen-Friesenheim hat ordentlich gespielt, ist aber keineswegs so herausragend aufgetreten wie der HC Erlangen am vergangenen Wochenende in der Wuppertaler Unihalle.

Die erste Niederlage in der Klingenhalle hätte vielleicht schon in der ersten Halbzeit verhindert werden können. Die ersten Angriffe standen beispielhaft für den weiteren Verlauf bis zur Pause. Emil Berggren, Jan Artmann und Alexander Oelze vergaben aus guten Positionen. Im Anschluss misslang Michael Hegemann der Pass auf Arnor Gunnarsson. Erst der fünfte Versuch fand sein Ziel im gegnerischen Netz durch Alexander Oelze. Die etwas überraschende Anfangsformation mit Jiri Vitek im rechten Rückraum und Jan Artmann auf Linksaußen funktionierte kaum. Außerdem fehlte offensiv Viktor Szilagyi, der in der Deckung ran musste und so seine Kräfte ein wenig für einen späteren Zeitpunkt des Spiels schonen sollte. Trotz allem konnten die Löwen den Fehlstart kompensieren. Zum einen, weil die 6:0-Deckung phasenweise gut stand, zum anderen, weil die Gäste eben nicht die Klasse zeigten, um einen hohen Vorsprung herauszuwerfen. Bis zur Halbzeit hatte der BHC den zwischenzeitlichen 4:7-Rückstand in eine 13:12-Führung verwandelt.

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Danach nahm das Unheil seinen Lauf. In der Verteidigung gelang dem BHC nichts mehr. Und egal, ob Mario Huhnstock oder Jan Stochl zwischen den Pfosten stand, keiner der Torhüter konnte sich nennenswert auszeichnen. Die 23 Minuten nach dem Seitenwechsel waren gefühlter Tiefpunkt dieser Saison. Sieben Minuten vor Schluss stand ein fast aussichtsloser 23:29-Rückstand. Die Gäste hatten keine Mühe mehr, die Deckung auszuhebeln. Vor allem Cornelius Maas ließ sich bei insgesamt elf Treffern nicht stoppen.

Die taktische Maßnahme, Kristian Nippes als Spitze einer 5:1-Deckung fungieren zu lassen, kam zu spät. Der BHC erzielte zwar vier Tore hintereinander, erweckte damit die bis dahin konsternierten Zuschauer in der Klingenhalle. Doch die Bürde des Sechs-Tore-Rückstands war zu hoch. 16 Sekunden vor dem Ende verkürzte der BHC zum 30:31 durch den in dieser Phase genialen Viktor Szilagyi. Die Friesenheimer waren zu clever, um den BHC noch ein Mal an den Ball kommen zu lassen.

(trd)