Alpen: Minister Pinkwart gerät bei der Farbe Blau ins Plaudern

Alpen : Minister Pinkwart gerät bei der Farbe Blau ins Plaudern

Andreas Pinkwart ist ein kommunikativer Mensch. Eine gute Stunde, so sah’s der Zeitplan vor, sollte sein Besuch beim Agrar-Gerätehersteller Lemken in Alpen am Freitag dauern. Ein knappes Budget, wie sich herausstellen sollte, nachdem der NRW-Wirtschaftsminister (FDP) mit kleiner Verspätung auf dem Firmengelände eingetroffen war.

Es sollte sich zeigen, dass er ein gutes Gedächtnis hat. Als er vor rund zehn Jahren hier gewesen sei, so Pinkwart, sei’s um den Strukturwandel im Land und die Übernahme von Kumpeln aus dem Bergbau gegangen. Auch Senior-Chef Viktor Lemken (79) hatte das nicht vergessen. Rund 60 Kumpel habe Lemken damals einen Job gegeben.

Das war der Beginn einer netten Plauderei. Viktor Lemken wollte wissen, warum das Land immer noch auf die klimaunfreundliche Braunkohle setze. Das war das Stichwort für einen längeren ministeriellen Exkurs in Sachen Energiewende. Die halte eben in der Praxis noch lange nicht das, was sich viele von ihr versprächen. Gesellschafterin Nicola Lemken holte die beiden zurück in den Betrieb mit der patentierten Farbe Blau, indem sie auf das elektrisch betriebene Firmenfahrzeug auf dem Parkplatz vorm Haus zeigte. Auch den Ball nahm der Gast auf. Er betonte, dass NRW das Land sei, das die E-Mobilität nachhaltig nach vorne bringe.

Dann fiel Pinkwarts Blick auf das mächtige Gerät zur Bearbeitung von Stoppelackern. Seine Schätzung des Gewichts des intelligenten Stahlkolosses verblüffte die Experten. Sechs bis sieben Tonnen schwer sei der wohl. „Genau 6,7 Tonnen“, sagte Geschäftsführer Anthony van der Ley mit Hochachtung.

Dann ging’s um die Firma Lemken, die mit zukunftsorientierter Technologie erfolgreich den Weltmarkt beackert. Die hat gerade eine kleinen niederländischen Hersteller übernommen, der seine Geräte mit superintelligenten Kameras bestückt. Diese Technologie, so van der Ley, könne man nutzen und so entwickeln, dass Lemken zum Schrittmacher werde, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Unkrautbekämpfung deutlich zu reduzieren. Der Minister hörte, dass das weltweit operierende Familienunternehmen im zurückliegenden Jahr die Zahl seiner Mitarbeiter um 100 auf 1570 gesteigert hat. Der Innovationsminister ließ sich noch das neue Entwicklungszentrum zeigen, war begeistert und fuhr – fast pünktlich – weiter nach Duisburg.