Bundesschützenfest des BHDS 2018: Xanten wird zur Schützenmetropole

Xanten : Xanten wird zur Schützenmetropole

Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften feiert vom 14. bis zum 16. September sein Bundesfest in der Römerstadt. Erwartet werden 12.000 Schützen. Dazu kommen die Besucher. Höhepunkt: der Festzug am Sonntag.

Es ist eine Mischung aus Freude und Angespanntheit, die Peter Bullmann ins Gesicht geschrieben steht. So richtig Durchatmen kann der Kapitän der St.-Victor-Bruderschaft Xanten noch nicht. „Das werde ich wohl erst wieder können, wenn das große Festzelt auf dem Gelände des Archäologischen Parks abgebaut wurde“, sagt Bullmann. Das wird in gut zwei Wochen der Fall sein. Zuvor haben dort vom 14. bis zum 16. September Zehntausende Schützen und hoffentlich ebenso viele Besucher friedlich gefeiert. Bundesfest der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) nennt sich das Ganze. Und die Xantener Victor’sse sind die Ausrichter des 76. Schützenspektakels.

Vor vier Jahren hatte die Bruderschaft den Zuschlag für das Bundesfest erhalten. Nicht zum ersten Mal. So fand bereits 2003, als Xanten sein 775-jähriges Stadtjubiläum feierte, das für den Bund „wichtigste Fest“ in der Dom-, Siegfried- und Römerstadt statt. Zehn Jahre zuvor überzeugte Xanten beim Bundesköniginnentag. Damals wurden die Victor’sse 600 Jahre alt. 2018 sind es 625 Jahre.

Freuen sich aufs Bundesfest: Walter Finke (v.l.), Emil Vogt, Rolf Nieborg, Volker Markus, Peter Bullmann, Wolfgang Mehring, Ralf Heinrichs und Thomas Görtz. Foto: Ostermann, Olaf (oo)

„Eine stolze Zahl“, wie auch Bundesschützenmeister Emil Vogt bei der Pressekonferenz zum Bundesfest anmerkt. Xanten sei ihm als eine schöne Stadt mit einem noch schöneren Bundesfest in Erinnerung geblieben. „Und ich bin mir sicher, dass auch in diesem Jahr alles reibungslos über die Bühne gehen wird. Man muss unterscheiden zwischen gewerblichen Veranstaltern wie es bei der Loveparade in Duisburg der Fall war und gemeinnützigen Veranstaltern, wie wir es sind. Wir erwarten zwar 10.000 bis 12.000 Schützen, aber ein Menschenauflauf, wie er vielfach befürchtet wird, findet bei uns traditionell nicht statt.“ Bürgermeister Thomas Görtz, der das Thema „Sicherheitskonzept“ eigentlich nicht in den Vordergrund stellen wollte, sagt dazu: „Man sollte nicht in Panik verfallen, aber auch nicht zu lax mit dem Thema umgehen.“ Aus diesem Grunde sprach er vor einigen Wochen die Politik an. Die stellte 10.000 Euro zur Verfügung. Und so wurde das Sicherheitskonzept in die Hände einer Event-Agentur gegeben. Die Folge: Mehr als 300 Menschen – darunter 170 Mitglieder der St.-Victor-Bruderschaft, 70 Sanitäter, zwei Notärzte sowie zahlreiche Polizisten und Securityleute – werden sich vor allem am Sonntag um das Wohl der Schützen, Gäste und Bürger der Stadt Xanten kümmern. „Der große Festumzug wird der Höhepunkt des Bundesfestes sein“, sagt auch Vogt.

Beginn der Parade mit 50 Musikgruppen, bei der man sämtliche Uniformen, Trachten, Kleider und Roben aus ganz Deutschland sehen kann – schließlich hat der Bund in seinen sechs Diözesen Aachen, Essen, Köln, Münster, Paderborn und Trier 1300 Mitgliedsbruderschaften mit rund 400.000 Anhängern – ist um 11.30 Uhr auf dem Markt. „Die Strecke bis zum Festzelt an der Siegfriedstraße ist zwei Kilometer lang und ich würde mir wünschen, wenn möglichst viele Nachbarschaften draußen vor der Tür auf die Schützen warten und zugucken. So habe ich es bereits bei vielen Bundesfesten in Deutschland gesehen“, sagt Bullmann. Die Ehrentribüne, auf der Schirmherrin Hubertine Underberg-Ruder Platz nehmen wird, steht an der Antoniuskapelle, Ecke Klever Straße/Siegfriedstraße. Das Zelt selbst bietet Platz für 1600 Personen. „Aufgrund des Sicherheitskonzeptes lassen wir bei den Abendveranstaltungen, die beide Male ausverkauft sind, nur 1350 Menschen rein. Allerdings gibt es auf dem Vorplatz genügend Raum, um ein paar gesellige Stunden zu verleben.“

Der Samstag steht ganz im Zeichen des Schießsports. 97 Kandidaten treten an, darunter 18 Damen. „Eine Bundeskönigin gab es bislang noch nicht, das wäre ein Novum in der 90-jährigen Geschichte des Bundesfestes“, so Vogt.