Rheinberg 105 Jahre Hildegard Marquardt

Rheinberg : Hildegard Marquardt ist nun 105

Am Freitag hat sie ihren Geburtstag mit ihrer Familie gefeiert.

Hildegard Marquardt kennt die Frage und winkt schon vor Gesprächsbeginn ab. „Ich weiß wirklich nicht, wie ich es geschafft habe, so alt zu werden“, erklärt sie lächelnd, und schickt hinterher: Auf jeden Fall habe sie alle menschlichen Höhen und Tiefen durchgemacht. In der Tat: Hildegard Marquardt, die seit anderthalb Jahren im Pflegezentrum Wiesenhof lebt und jetzt ihren 105. Geburtstag feiert, hat im Leben immer ihren Mann stehen müssen. Einfach sei’s nicht gewesen, sagt das Geburtstagskind rückblickend.

Geboren und aufgewachsen ist Hildegard Marquardt in Stettin. Hier hat sie den Krieg erlebt. Die Wirren der Zeit haben sie zu ihrer Tante nach Osterode (Harz) verschlagen. Dort in Thüringen sei sie von den Russen geschnappt worden. „14 Tage lang wurde ich festgehalten, bevor ich wieder freikam“, sagt Hildegard Marquardt. Ihr Sohn sei damals zwei Jahre alt gewesen, sie war geschieden und alleinerziehend. Nach Kriegsende kam sie in den Westen. „In Neuss wurde damals Personal gesucht“, erzählt die 105-Jährige. So habe sie dort als Fremdsprachensekretärin für Englisch und Spanisch bei einem großen Unternehmen angeheuert. Schließlich musste sie für sich und ihren Sohn sorgen. Gearbeitet hat sie bis zur Rente mit 65 Jahren. Geheiratet hat die Jubilarin nicht mehr. „Ich habe es alleine geschafft“, sagt sie und schmunzelt.

Bis vor eineinhalb Jahren hat Hildegard Marquardt in ihrer Wohnung in Neuss gelebt. „Hier wohne ich jetzt in der Nähe meines Sohnes“, so Marquardt, die zwei Enkeltöchter und fünf Urenkel hat.

(nmb)