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Rheinberg: Eine Eins mit Sternchen für das Integrationskonzept

Rheinberg : Integrationskonzept: Eins mit Sternchen

Die auch von Ehrenamtlichen erstellte Ausarbeitung für die Integration von Flüchtlingen in Rheinberg ist kurz, knapp und gut. Den Entwurf des Kreises Wesel bewertete der Sozialausschuss weitaus schlechter. Er sei nicht praktikabel.

„Gut, dass es fortgeschrieben wird“, sagte Claudia von Parzotka-Lipinski (SPD) zum Integrationskonzept des Kreises Wesel. Viel mehr Positives konnte die Politikerin dem Machwerk allerdings nicht abgewinnen. Und diese Einschätzung teilten auch die anderen Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Familien und Senioren. Das Papier sei ein unpraktikables Monstrum, in schlimmstem sperrigem Verwaltungsdeutsch abgefasst und für Menschen, die sich mit Flüchtlingen befassen und die ihnen die Eingliederung so einfach wie möglich machen wollen, ohne großen Wert.

Der SPD fehlte das „Aufeinanderzugehen“ und bat darum, mit dem Kreis regelmäßig Berichte und Treffen abzustimmen. Das war auch die Haltung der CDU. Die Grünen sahen die Gefahr, dass sich das Konzept nur umsetzen lasse, wenn man gleichzeitig in Schulen und Kitas personell massiv aufstocke, und auch die FDP schüttelte in Anbetracht des Konzeptsumfangs den Kopf. Dennoch: Der Ausschuss segnete die Fortschreibung mit einem einstimmigen Votum ab.

Im krassen Gegensatz dazu stand das Rheinberger Integrationsskonzept. Die Ehrenamtler Hermann Bergs, Hans-Theo Mennicken und Patra Platzek haben es gemeinsam mit Bilgenur Zaman (Awo-Kreisverband), Yüksel Sain (Caritasverband Moers-Xanten), Martin Tomberg und Britta Jacob (beide Stadt Rheinberg) verfasst.

Bei der Bewertung dieser Ausarbeitung überschlugen sich die Fraktionssprecher beinahe vor Begeisterung. „Ihr Konzept ist so erfrischend gelungen. Es verspricht eine praktische Handhabe, und man weiß sofort, was schon gemacht worden und was noch geplant ist“, lobte Barbara Ettwig von den Grünen. Auch Ralf Vogel (FDP) sprach von einem „erfrischenden Konzept“: „Ein ganz tolles, praktisches Werk ist das.“ Zwei der Verfasser, Hermann Bergs und Hans-Theo Mennicken, waren in der Sitzung anwesend. In einer Sitzungsunterbrechung machte Bergs stellvertretend für seine Kollegen deutlich, worauf es ihnen ankommt. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei erfreulich, der Umgang „konstruktiv und respektvoll“ gewesen. Bergs: „Das vorliegende Konzept ist keines, das die Verwaltung erarbeitet hat, sondern es stammt überwiegend von Ehrenamtlichen.“ Er äußerte die Bitte, dass „die Protagonisten der politischen Fraktionen sich erkennbar zur Integrationsarbeit bekennen“. Auch solle die Integrationsarbeit in der öffentlichen Wahrnehmung besser erkennbar werden.

Ausufernde Konzepte wie das des Kreises lehne er ab, sagte Hermann Bergs: „Sie sind viel zu abstrakt.“ Er hoffe, dass künftig bei der Umsetzung der Arbeitsgrundlage nicht die Ehrenamtlichen auf die Hauptamtlichen zugehen müssen, sondern dass es umgekehrt laufe. Das Integrationskonzept für Rheinberg konzentriert sich auf die wesentlichen Punkte. Alles, was gesagt werden muss, ist darin gesagt – auf acht Seiten plus Anhang. Dafür gab es vom Ausschuss eine Eins mit Sternchen.