Rhein-Kreis Neuss: "Wir können in der FDP auf niemanden verzichten"

Rhein-Kreis Neuss: "Wir können in der FDP auf niemanden verzichten"

Seit März stellt der FDP-Kreisverband Neuss erstmals den Bezirksvorsitzenden.

Herr Djir-Sarai, zum ersten Mal steht mit Ihnen ein Liberaler aus dem Rhein-Kreis an der Spitze des mächtigen FDP-Bezirksverbandes Düsseldorf. Wie gedenken Sie mit diesem Mehr an Einfluss umzugehen?

bijan djir-sarai Ich sehe den Bezirksverband in erster Linie als einen Dienstleister für die Kreisverbände, die wir politisch-inhaltlich und organisatorisch unterstützen wollen. Zugleich werden wir die Verbindung zwischen dem Landesverband und der kommunalen Ebene sein. Diesen Prozess möchte ich gern steuern und so aktiv am Wiederaufbau der FDP mitwirken, der 2017 mit der Rückkehr der FDP in den Bundestag und der Wiederwahl in den NRW-Landtag gekrönt werden wird. Dafür engagiere ich mich als Bezirksvorsitzender.

Hört sich gut an. Fakt ist aber, dass Sie sich als neuer Bezirksvorsitzender eine neue Hausmacht geschaffen haben. Oder sehen wir das falsch?

djir-Sarai Was heißt denn Hausmacht? Es geht darum, dass alle so gut sie können in dieser schwierigen Situation Christian Lindner unterstützen, dem als Bundesvorsitzenden eine Schlüsselfunktion zu kommt. Bundesweit 3500 neue Mitglieder seit der Bundestagswahl im September belegen, dass der beeindruckende Modernisierungskurs von Christian Lindner ankommt. Die 3500 Neuen haben bestimmt nicht alle im September 2013 die FDP gewählt. Sie wollen aber die Zukunft der FDP mitgestalten.

Was macht Sie so hoffnungsfroh?

Djir-Sarai Zunehmend mehr Menschen begreifen, dass Deutschland die FDP benötigt. Die Große Koalition verspielt die wirtschaftliche Stärke Deutschlands. Sie beschließt in Berlin ständig mehr Bürokratie und höhere Abgaben, und die sozialistisch-ökologische Opposition im Bundestag fordert noch mehr Bürokratie und noch höhere Abgaben. Dem setzen wir unser Modell von sozialer Marktwirtschaft, Rechtsstaatlichkeit und Toleranz entgegen. Wir sind zur Zeit die einzig echte Opposition im Land.

Sie sind Chef von Partei und Fraktion der FDP im Rhein-Kreis Neuss; Sie sind Vize-Landrat. Warum musste es jetzt auch noch der Vorsitz im FDP-Bezirksverband sein?

djir-sarai Ich habe mich mit unserer Niederlage bei der Bundestagswahl nicht abgefunden. Ich schmeiße nicht hin, weil ich von der liberalen Idee überzeugt bin. Jetzt erst recht! Bundesweit sagen 25 Prozent der Bürger, die FDP sei wichtig, aber nur 4 bis 5 Prozent wollen derzeit die FDP wählen. Ich bin überzeugt, dass die FDP deutlich mehr Potenzial hat. Wir müssen wieder durch harte Arbeit das Vertrauen der Menschen gewinnen. Jeder kann in der FDP seinen Beitrag leisten. Das gilt auch für mich.

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Sie haben sich gegen den Düsseldorfer Robert Orth als Bezirksvorsitzender durchgesetzt. Der kommt aus dem Stadtverband der Vorsitzenden Agnes Strack-Zimmermann, die gerade Gisela Piltz nach Kampfabstimmung abgelöst hat. Haben Sie die neue Bundes-Vize schon beschädigt?

Djir-sarai Die positive Entwicklung der Landeshauptstadt Düsseldorf trägt auch die Handschrift der erfolgreichen Bürgermeisterin Agnes Strack-Zimmermann. Ihre Art Politik zu gestalten und öffentlich darzustellen ist eine Bereicherung für die FDP. Gisela Piltz ist eine sehr erfolgreiche Politikmanagerin, die in Berlin viel dazu beigetragen hat, dass die Landesgruppe NRW eine stabile Säule der FDP-Bundestagsfraktion war. Mit Robert Orth haben wir einen inhaltlich exzellenten Landtagsabgeordneten. Wir können auf niemanden verzichten. Wir benötigen alle in der Partei, die zum Erfolg der FDP beitragen können.

Das klingt, als hätte der Kampf um die besten Listenplätze zur Bundestagswahl 2017 bei der FDP schon längst begonnen ...

djir-sarai Ich kann nur jedem empfehlen, sich auf die politische Arbeit zu konzentrieren. Wir müssen wieder das Vertrauen der Bürger in unserem Land gewinnen. Wir haben hart zu arbeiten. Ich denke keine Sekunde an künftige Listen für Bundestags- und Landtagswahlen.

Was erwarten Sie von der Kommunalwahl am 25. Mai?

djir-sarai Wir werden achtbare Ergebnisse erzielen. Überall, wo wir Mitverantwortung tragen - in Düsseldorf, in Neuss und im Rhein-Kreis - sind die Finanzen vorbildlich geregelt. Schulden werden abgebaut und neue Spielräume für politische Gestaltung gewonnen. Überall, wo wir Mitverantwortung tragen, entwickeln sich die Städte und Gemeinden positiv. Die kommunale Basis der FDP ist stark aufgestellt.

LUDGER BATEN FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(NGZ)
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