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Radsport: "Spurt in den Mai" mit einer Gala-Besetzung

Radsport : "Spurt in den Mai" mit einer Gala-Besetzung

Büttgener Bahnrennen am kommenden Mittwoch ist so stark besetzt wie lange nicht mehr. Am 1. Mai steht "Familientag" im Mittelpunkt

Die Parkverbotsschilder und Absperrbaken im Büttgener Ortszentrum kündigen Großes an. Doch "großen Sport", davon ist Andreas Beikirch überzeugt, wird es vor allem beim "Spurt in den Mai" auf dem Holzoval des benachbarten Sportforums geben.

In Büttgen fahren sie nicht gemeinsam, sondern gegeneinander: die Sechstage-Spezialisten Leif Lampater und Marcel Kalz (v.l.). Foto: H. A. Roth

Angesichts einer Galabesetzung für das Omnium der Asse am kommenden Mittwoch kann der Sportliche Leiter gut damit leben, dass das traditionelle Straßenrennen um den "Großen Preis der Sparkasse Neuss", das er selbst zwischen 1995 und 2010 sechs Mal gewann, in der sportlichen Wertigkeit ein wenig abfällt: "Am 1. Mai steht der 'Familientag' im Mittelpunkt", sagt der dreifache Vater mit Blick auf den langen Radsporttag mit insgesamt zehn Rennen zwischen 9.30 Uhr und 18.15 Uhr, von denen sechs dem Nachwuchs vorbehalten sind.

Der kommt zwar auch am Vorabend mit Punkte- und Ausscheidungsfahren sowie einem Duathlon für Radfahrer und Läufer zu seinem Recht. Doch dann stehen ab 19.30 Uhr eindeutig die sechs Zweier-Teams im Blickpunkt, die in fünf Wettbewerben den Nachfolger von Robert Bartko ermitteln, der in den vergangenen beiden Jahren den "Spurt in den Mai" gewann. Keine Frage: Den Doppel-Olympiasieger von Sydney hätte Beikirch nur allzu gerne wieder am Start gehabt. Doch der Berliner, der im vergangenen Jahr erfolglos für das Amt des Vizepräsidenten im Bund Deutscher Radfahrer (BDR) kandidierte, beendete Anfang Februar mit einem Sieg beim Sechstage-Rennen in Kopenhagen seine Karriere.

Sein Partner dort: Marcel Kalz, mit dem er auch 2013 in Büttgen triumphierte. Deshalb trägt der 27 Jahre alte Berliner am Mittwoch die Startnummer eins. Ob der vierfache Deutsche Meister und Europameister von 2007 im Madison (Zweier-Mannschaftsfahren) damit auch die Bürde des Favoriten trägt, lässt Beikirch offen. Und das nicht nur, weil sein aktueller Partner, Lokalmatador Nils Schomber, "wegen seiner Grundausbildung bei der Bundeswehr derzeit nur am Wochenende trainieren kann", wie sein Heim-Trainer Hans-Peter Nilges weiß.

Sondern auch, "weil da noch andere Paare sind, die für einen Sieg in Frage kommen", sagt Beikirch. Leif Lampater zum Beispiel, mit dem er zusammen 2006 den "Spurt in den Mai" gewann. Der 31 Jahre alte Rosenheimer, im Januar Sieger des Bremer Sechstage-Rennens, fährt gemeinsam mit Dominic Weinstein. Den 21 Jahre alten Pfälzer, 2010 Junioren-Weltmeister im Punktefahren, hält Nilges neben Schomber für "den kommenden Mann im deutschen Bahnradsport".

Um so mehr freute es Beikirch, dass Bundestrainer Sven Meyer ihn ebenso wie Marco Mathis (20) in Büttgen an den Start schickt. "Ich denke, das ist auch eine Auszeichnung für unsere gute Nachwuchsarbeit", sagt Friedhelm Kirchhartz, Gesamtleiter der beiden Radsporttage. Aus der ging einst auch Lars Teutenberg hervor. Der inzwischen 43-Jährige, in den vergangenen zwei Jahren Sieger des Straßenrennens, will nun noch einmal zeigen, dass er auch auf der Bahn nicht zum "alten Eisen" gehört - an der Seite des 23 Jahre jüngeren (!) Marco Mathis.

Ob's zum Sieg reicht, bezweifelt Beikirch, dazu, "die Konkurrenz ein bisschen zu ärgern", aber allemal. Die kommt international daher: Die österreichische Kombination Andreas Müller, 2012 Sieger zusammen mit Robert Bartko, im Januar Sieger des Sechstagerennens in seinem Wohnort Berlin, und Dominik Imrek, die Tschechen Milan Kadlec (Olympiafünfter 2004) und Roman Fürst sowie der Australier Luke Roberts. Der Olympiasieger von Athen fährt zusammen mit Stefan Schneider - der 20 Jahre alte Kölner hat die Chance, sich beim Bundestrainer ins Gespräch zu bringen, denn Sven Meyer hat sich ebenfalls im Sportforum angesagt. Besser besetzt geht eigentlich kaum.

(NGZ)