Verärgerte Elephants unterliegen im letzten Liga-Spiel Herten mit 68:69

Basketball : Elephants haben den Rüssel gestrichen voll

Schiedsrichter und Verletzung von Marko Boksic stressen den Basketball-Regionalligisten in Herten.

Eigentlich waren die NEW’ Elephants in die Sporthalle der Rosa-Parks-Gesamtschule gekommen, um mit den Hertener Löwen am letzten Spieltag der Basketball-Regionalliga West eine rauschende Anschlussparty zu feiern. Doch am Ende rückte sogar der 69:68-Erfolg  (Halbzeit 34:38) der nun 14 Mal in Folge ungeschlagen Hausherren, für die Faton Jetullahi zehn Sekunden vor Schluss den entscheidenden Korbleger verwandelte, in den Hintergrund. Denn für die Dickhäuter aus Grevenbroich entwickelte sich die Partie zu einem echten Ärgernis.

Ganz und gar nicht einverstanden war Elephants-Trainer und Manager Hartmut Oehmen in seinem letzten Liga-Spiel mit dem Auftritt der Unparteiischen: „Das war eine Mischung aus Inkompetenz und Arroganz, einfach eine bodenlose Unverschämtheit“, schnaubte er und sah dabei die Löwen auf seiner Seite: „Bei einer Pressekonferenz habe ich in einer fremden Halle noch nie einen solchen Applaus bekommen.“

Dabei hatte es ein schöner Abend werden sollen. Oehmen: „Wir waren total gechillt, mein Trainerkollege Cedric Hüsken war wie seine gesamte Crew sogar verkleidet. Hier war Karneval angesagt.“ Doch die Schiedsrichter hätten sich mit ihren zum Teil haarsträubenden Fehlentscheidungen als übelste Spaßbremsen erwiesen, fügte Oehmen hinzu. Obwohl sie dabei keine Mannschaft benachteiligten, verweigerte er nach dem Spiel den obligatorischen Handschlag: „Zum ersten Mal in 25 Jahren als Trainer.“

Zu allem Überfluss verdrehte sich der bis dahin wieder mal überragende Marko Boksic (16 Punkte, 3/4 Dreier in nur 10:38 Minuten) im zweiten Viertel den Fuß. „Er geht am Montag zum Arzt, aber es sieht nicht gut aus“, sagte Oehmen. Sein Einsatz am Freitag im ersten Finalspiel um den WBV-Pokal bei der BG Dorsten ist sehr fraglich. Der schwer erkältete Center Lennard Jördell hatte den Trip nach Herten gar nicht erst mitgemacht. Weil zudem Bastian Becker – ganz sicher zum ersten Mal in seiner langen Karriere  – nach zwei unsportlichen Fouls vom Feld musste und David Markert nach einer unglücklichen Konfrontation mit Hertens schweren Jungs Ryon Howard (100 kg) und Dijon Smith (105 kg) nicht mehr im Vollbesitz seine Kräfte war, kämpften die Elephants im vierten Abschnitt mit dem letzten Aufgebot. Obwohl hart bedrängt (Oehmen: „Seine Arme waren knallrot!“), lieferte Regisseur Farid Sadek, der in Grevenbroich nun vielleicht doch noch eine Saison dranhängt,  an alter Wirkungsstätte eine famose Leistung ab.

Herten: Jetullahi (16), Pflüger (4), Tota (9), Rojahn, Strubich, Nolte (2), Howard (20), Ober, Neumann (4), Feldmann (2), Smith (12)
Grevenbroich: Parker (4), Boldt, Schwich (8), Sadek (12), Janoschek (6), Bennett (6), Becker (8), Markert (9), Knopf, Boksic (16)
Viertel: 18:27, 16:11, 16:15, 19:15

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