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Jüchen: Tagebau: Restloch ist erst 2025 gefüllt

Jüchen : Tagebau: Restloch ist erst 2025 gefüllt

Die Rekultivierung südlich von Jüchen hinkt drei Jahre im Zeitplan hinterher. Erst ab 2017 sollen Absetzer den ausgekohlten Tagebaubereich aufschütten. Grund für die Verzögerung: die Herstellung einer Trasse für die neue A 44.

Wer der Jülicher Straße Richtung Süden folgt, steht schon kurz hinter der Autobahnunterführung vor dem Nichts: Denn seit etlichen Jahren klafft dort, wo sich einst Priesterath befand, nur noch ein riesiges Restloch — am ausgekohlten Ende des Tagebaus Garzweiler. Das wird sich bis 2017 auch nicht ändern, weil sich die Aufschüttung der ehemaligen Betriebsflächen zurzeit komplett auf die Bildung einer Trasse für die neue Autobahn 44 konzentriert.

"Wir hinken im Zeitplan für die Rekultivierung aktuell gut drei Jahre hinterher", sagt Michael Eyll-Vetter von der RWE-Bergbauplanung. Das gesamte Betriebsgeschehen im östlichen Tagebaubereich werde momentan von der Erstellung der Trasse quer durch die bis zu 120 Meter tiefe Grube dominiert. Die Zeit drängt: Vor dem Abbruch der Autobahn 61 müssen die A 44 wiederhergestellt und aus den Autobahndreiecken Holz und Jackerath wieder zwei Autobahnkreuze geworden sein. "Das erfordert eine genaue Taktung der Aufschüttungsarbeiten", erklärt der Bergbauplaner.

Erst ab 2017 soll ein Absetzer das Erdreich im Gebiet südlich von Jüchen aufschütten. "Bis 2020 wird der Tagebau so zumindest einen Kilometer von der Ortsgrenze entfernt sein", sagt Eyll-Vetter. Für die Wiedernutzbarmachung der Folgelandschaft stünden bereits einige Ideen im Raum — wie etwa die Aufforstung eines 30 Hektar großen Bürgerwäldchens mit einer ausgeprägten Talform. Doch bis sich Bürger dort erholen können, werden weitere Jahre vergehen: "Wir rechnen damit, dass 2025 das komplette Restloch südlich von Jüchen gefüllt sein wird", erzählt der RWE-Experte.

Für Anregungen zur Gestaltung der wiedergewonnenen Areale will sich das Bergbauunternehmen offen zeigen. Einige Vorschläge wurden schon im Planungsausschuss des Gemeinderats diskutiert. Anklang fand dort der Vorschlag, Erinnerungsstätten an den Stellen einzurichten, an denen sich markante Bauwerke der abgebaggerten Umsiedlungsorte befanden — genau so, wie es zum Beispiel auch in Königshoven gehandhabt wurde: Dort, wo sich einst die Kirche befand, steht heute — nach dem Tagebau — zur Erinnerung die Petrus-Kapelle.

"Solche Stellen müssten dann aber auch für die Bürger gut zu erreichen sein; Straßen müssten entsprechend geplant werden", fordert Gerd Bandemer von der Jüchener CDU-Fraktion. Für Zwecke dieser Art und natürlich auch für die Landwirtschaft soll ein Netz aus Wirtschaftswegen auf den rekultivierten Flächen entstehen: "Drei Wirtschaftswege sollen auch die neue A 44 kreuzen", sagt Bürgermeister Harald Zillikens. Noch hätten sich die Planungen zur Gestaltung der Gebiete allerdings nicht konkretisiert.

Trotz der deutlichen Verzögerungen im Betriebsablauf entwickele sich der Tagebau aber planmäßig im Rahmen der Vorgaben für die so genannten Abschlussbetriebspläne, die auch die Rekultivierung beinhalten, wie RWE-Vertreter Eyll-Vetter schildert.

Die Rekultivierung wird Ratsausschüsse, Gemeindeverwaltung und RWE wegen der Verzögerung wohl noch Jahre beschäftigen: Denn der gesamte Kohleabbau am westlichen Ende des Tagebaus verzögert sich — "nicht zuletzt, weil ein Bagger Ende der 1990er Jahre mit Totalschaden ausgefallen ist", sagt Eyll-Vetter.

(NGZ/rl)