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Jüchen: Junge Männer gestehen Tankstellenüberfall

Jüchen : Junge Männer gestehen Tankstellenüberfall

Richter will morgen Urteil verkünden. Angeklagte sollen auch Tankstelle in Erkelenz überfallen haben.

Der Überfall auf die Shell-Tankstelle an der Neusser Straße 2011 beschäftigt seit gestern das Landgericht Mönchengladbach. Dort begann das Verfahren gegen vier mutmaßliche Räuber. Die Männer zwischen 20 und 23 Jahren, darunter ein 22-Jähriger aus Jüchen, räumten ein, unter anderem bei diesem Überfall beteiligt gewesen zu sein. Die Beute: rund 200 Euro.

Die Tat hatte sich laut Anklage am 19. November 2011 ereignet. Zu Fünft hatte sich die Bande auf den Weg gemacht, einer der Männer war bereits im September wegen seiner Beteiligung an dieser Tat zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Nun stehen seine mutmaßlichen Komplizen vor Gericht. "Zwei haben die Tankstelle beobachtet, die anderen beiden haben den eigentlichen Überfall begangen", so Verteidiger Oliver Wintz.

Der 22-Jährige aus Jüchen und ein 19-Jähriger aus Mönchengladbach-Mülfort hatten das Kommando "alles frei" gegeben, danach stürmten die beiden übrigen Bandenmitglieder in die Tankstelle. Die Verkäuferin war verängstigt und übergab ihnen 200 Euro, danach flüchtete das Duo. "Ich hatte eine Zeit lang Schlafstörungen und Alpträume", berichtete sie als Zeugin, "inzwischen geht es mir besser." Sie soll von den Angeklagten ein Schmerzensgeld erhalten. Einen Monat nach dem Überfall soll die Bande auch eine Tankstelle in Erkelenz ausgeraubt haben. Das Motiv für die beiden Taten: Die jungen Männer brauchten nach Angaben ihrer Verteidiger Geld für Alkohol und Cannabis. "Zum Zeitpunkt der Tat habe ich täglich Drogen konsumiert", erklärte einer der Angeklagten (20), "auch Alkohol und Spielsucht waren große Probleme für mich." Nach dem Überfall in Jüchen sei man gemeinsam nach Venlo gefahren, um die Beute für Drogen auszugeben. Vor allem zwei der vier Angeklagten sind bereits häufig mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. "Es ging hierbei um typische Delikte, die von kriminellen Jugendlichen häufig begangen werden", so Verteidiger Wintz, "andere Jugendliche wurden abgezockt und abgezogen." Beide Hauptangeklagte hätten bereits in Haft gesessen.

Zumindest sie müssen mit mehrjährigen Haftstrafen rechnen. Der Jüchener und Mönchengladbacher könnten mit Bewährungsstrafen davon kommen. Positiv dürfte zu ihren Gunsten gewertet werden, dass sie nach ihrer Festnahme eine Arbeitsstelle gefunden haben. Morgen will Richter Lothar Beckers das Urteil verkünden. Zunächst sollen Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe zu den persönlichen Perspektiven der Angeklagten aussagen.

(NGZ)