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Korschenbroich: Projekt gegen Komasaufen gestartet

Korschenbroich : Projekt gegen Komasaufen gestartet

In der Feuerwache informierten das Jugendamt und die Caritas über das Projekt "PROJugend statt PROmille".

Bei ihren potenziellen Verbündeten liefen die Initiatoren der Aktion "PROJugend statt PROmille" jetzt offene Türen ein: Bruderschaften und Schützenvereine sowie die Sportvereine sind für die Polizei, das Kreisjugendamt und die Caritas die wichtigsten Partner bei einem Projekt, das den übermäßigen Alkoholkonsum von Jugendlichen nach Möglichkeit senken möchte und insbesondere dem "Komasaufen" den Kampf ansagt. "Das mag zwar schwer messbar sein", räumte Michael Weege von der Suchtkrankenhilfe der Caritas ein. Dennoch waren sich jetzt alle Beteiligten einig, dass sich die Anstrengung lohne.

Gleich nach Abschluss eines Info-Abends in der Feuerwache wälzten sie ihre Terminkalender: Im März soll es insbesondere für die in der Jugendarbeit Tätigen vertiefte Informationen darüber geben, wie sich das Problem angehen lässt. Von dem allzu ambitionierten Begriff "Schulung" rückte Michael Hackling vom Kreisjugendamt jetzt ab. Es soll vor allem um Argumentationshilfen gehen, wobei die Veranstaltungen allenfalls "anderthalb Stunden" dauern werden, wie Hackling versicherte. Bei der von Bürgermeister Heinz Josef Dick geleiteten Diskussion waren knapp 20 Gäste mit von der Partie, die insbesondere die größten Sport- und Schützenvereine im Stadtgebiet repräsentieren. Dass sich das Problem des Alkoholmissbrauchs im vergangenen Jahrzehnt in besorgniserregender Weise verschärft hat, konnten Michael Hackling und Michael Weege mit eindrucksvollen Zahlen belegen. Zwar hat sich laut Hackling "der Alkoholkonsum bei Jugendlichen insgesamt reduziert", doch bei denjenigen, die mehr oder regelmäßig trinken, hat die Neigung zu Exzessen deutlich zugenommen. Weege verweist etwa auf die Entwicklung im Neusser Lukaskrankenhaus: Dort landen inzwischen pro Jahr 100 und mehr volltrunkene Jugendliche. 2002 waren es gerade einmal 20. Auf dem Schirm haben speziell die Schützen das Problem schon lange: Für Peter Schlösser, Präsident der St.-Sebastianus-Bruderschaft Korschenbroich, sowie Heribert Blankenstein von den Liedberger Sebastianern bestehen die eigentlichen Schwierigkeiten weniger in den Festzelten. Dort sorgten die Bruderschaften nach Kräften für die Einhaltung des Jugendschutzes. Was sich ihrem Einfluss indes entziehe, sei das Geschehen auf den Festplätzen und in deren Umfeld. Dies könnte Einsatzmöglichkeiten für das Jugendamt und die Caritas bieten, die im Kreisgebiet schon des Öfteren das zuweilen problematische "Umfeld" von Festivitäten abgesichert haben – so etwa mit dem "PREventMobil" der Caritas: Das bietet außer alkoholfreien Getränken allerlei Anschauungsmaterial, wie etwa eine "Alkoholbrille", bei der sich im nüchternen Zustand die eingeschränkte Sehfähigkeit bei 1,5 Promille demonstrieren lässt. Offiziell starten wird die Aktion im Juni.

(NGZ)