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Jüchen: Offener Ganztag wird um zehn Prozent teurer

Jüchen : Offener Ganztag wird um zehn Prozent teurer

Eltern müssen 77 statt 70 Euro für das erste Kind im offenen Ganztag zahlen. Pro Jahr will die Verwaltung rund 12 316 Euro einsparen.

Die Gemeindeverwaltung will die Beiträge für die "Offene Ganztagsschule" (OGS) zum Schuljahr 2013/14 um zehn Prozent anheben. Dies hat bereits der Hauptausschuss bei der Haushaltsberatung empfohlen — unter der Voraussetzung, dass die Mitglieder im Schul- und Jugendausschuss kein anderes Votum fällen. Statt bisher 70 Euro werden für das erste Kind 77 Euro fällig, das zweite Kind kostet 38,50 Euro statt bisher 35 Euro.

Das dritte und weitere Kinder bleiben beitragsfrei. Hintergrund der Entscheidung: Damit will die Gemeinde ihren Zuschuss pro Kind verringern — insgesamt sollen so Kosten in Höhe von rund 12 316 Euro pro Jahr eingespart werden.

Seit dem Schuljahr 2005/06 bietet die Gemeinde Jüchen an ihren drei Grundschulen — darunter zwei Verbundschulen mit je zwei Standorten — die Möglichkeit, Kinder auch am Nachmittag zu betreuen. Die Nachfrage hat dabei jedes Jahr zugenommen: Wurden zum Start nur 15 Prozent der Mädchen und Jungen betreut, lag die Betreuungsquote im aktuellen Schuljahr 2012/13 bereits bei 48,1 Prozent aller Grundschüler. Zum Schuljahr 2013/14 wurden insgesamt 140 Erstklässler neu für die OGS angemeldet.

Wie wichtig diese Möglichkeit für viele Eltern ist, weiß Brigitte Sokolowski, kommissarische Schulleiterin an der Jüchener Grundschule In den Weiden. Dort wurden für das kommende Schuljahr 42 Erstklässler für den Offenen Ganztag angemeldet. "Viele Eltern fragen direkt nach der Anmeldung nach einem OGS-Platz — und wollen ihr Kind auch nur anmelden, wenn sie diesen Platz bekommen", sagt Sokolowski. Immer mehr Mütter und Väter arbeiteten beide und seien daher auf die Versorgung über den Unterricht hinaus angewiesen. Platzprobleme wird es an der Jüchener Grundschule nicht geben: "Wir haben im vergangenen Jahr einen Raum dazubekommen. Damit kommen wir gut aus", sagt Brigitte Sokolowski.

Die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) hatte der Verwaltung empfohlen, den zulässigen Höchstbetrag von 150 Euro für Eltern auszuschöpfen und die Elternbeiträge nach Einkommen zu staffeln. Dieses Vorgehen lehnte Bürgermeister Harald Zillikens im Hauptausschuss ab: Eine soziale Staffelung würde auch einen höheren Aufwand bedeuten. Bei rund 400 Fällen müssten die Einkommen überprüft werden: "Dafür müsste man eine weitere Stelle schaffen."

Im Rhein-Kreis Neuss wird die Gebührenberechnung unterschiedlich gehandhabt: Die Städte Dormagen, Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch staffeln die Beiträge für den Ganztag nach Einkommen, die Gemeinde Rommerskirchen nicht. Die Nachbarstadt Grevenbroich stellt nach einem entsprechenden Ratsbeschluss gerade von bisher einheitlichen Elternbeiträgen auf ein einkommensabhängiges Gebührensystem um.

(NGZ/rl)