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Keine Festlegung auf ein Ziel beim TSV Bayer Dormagen

2. Handball-Bundesliga : Auf ein Ziel will sich Dormagen nicht festlegen

Nach einer relativ kurzen Pause befinden sich die Domagener Zweitliga-Handballer schon wieder in der Vorbereitung auf die neue Saison. Und die wird in einer starken 20er-Gruppe hart. Das macht die Verantwortlichen vorsichtig.

Nach dem letzten Spiel der vergangenen Saison Ende Juni daheim gegen den HC Elbflorenz (33:35) war Spielern und Verantwortlichen des TSV Bayer Dormagen die Erleichterung anzumerken. Eine in jeder Hinsicht kräftezehrende Spielzeit unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Pandemie hatte trotz des am Ende erfreulichen siebten Platzes allerdings auch sichtbare Spuren hinterlassen. Da schienen drei Wochen Sommerpause eigentlich viel zu kurz, um das alles zu verarbeiten. Schließlich war der Auftakt der Vorbereitung schon wieder für den 19. Juli angesetzt. Doch immerhin: Als sich der TSV am Mittwoch der Öffentlichkeit stellte, um einen Einblick in die Vorbereitungsphase und einen Ausblick auf die nächste Saison zu gewähren, machten Handball-Geschäftsführer Björn Barthel, Trainer Dusko Bilanovic und Kapitän Patrick Hüter dennoch einen frischen und erholten Eindruck.

„Drei Wochen waren trotzdem verdammt wenig“, meinte Patrick Hüter. Dann ist es wohl seinem Alter von gerade mal 26 Jahren geschuldet, dass er eine so gute Regenerationsfähigkeit hat. Hinzu kommt, dass es dann doch ein paar freie Tage mehr waren. Denn weil viele Spieler zum geplanten Trainingsauftakt am 19. Juli ihre zweite Corona-Impfung bekommen hatten, entschied sich Dusko Bilanovic, den Start nach hinten zu verlegen. Doch der Serbe wäre er nicht er selbst, wenn er dieses Zugeständnis nicht an eine Bedingung geknüpft hätte: „Es ist klar, dass wir die verpassten Einheiten nachholen müssen. Wo also nur Technik- und Taktikeinheiten geplant waren, werden noch Laufeinheiten drangehängt. Schließlich wollen wir unsere Ziele erreichen.“

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Welche das genau sind, das wollen die Dormagener im Gegensatz zur vergangenen Saison nicht so genau verraten, als sie angekündigt hatten, ihren zehnten Platz steigern zu wollen. „Sportlich werden wir keine Ziele nach draußen posaunen“, stellte Handball-Geschäftsführer Björn Barthel gleich zu Beginn entschlossen klar. Die neue 2. Liga mit 20 Mannschaften, darunter vier Absteiger aus dem Oberhaus und zwei ambitionierte Aufsteiger, flößt offenbar Respekt ein. Das Dormagener Auftaktprogramm, das am 11. September mit der Auswärtspartie gegen den ASV Hamm beginnt, hat es in sich. Nur so viel ließ sich Barthel entlocken: „Wir wollen so schnell wie möglich punkten, damit wir nicht in den Abstiegsstrudel geraten.“

Auch Dusko Bilanovic, der normalerweise nicht unter mangelndem Selbstbewusstsein leidet und für manchen forschen Spruch gut ist, ist auf diese Linie eingeschwenkt. Doch er wurde schon etwas konkreter: „Wir wollen so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben und dann eine ähnliche Rolle spielen wie vorige Saison.“ Da war sein Team sogar bis zum Schluss im Rennen um den vierten Tabellenplatz. Erreicht werden soll das allerdings nicht durch eine große Einkaufstour. Einziger externen Zugang ist bislang Rückraumspieler Patryk Biernacki (25) vom polnischen Erstligisten Sandra SPA Pogon Szczecin (Stettin), der sich in den ersten Tagen schon ganz gut in Dormagen eingelebt hat und sich am Mittwoch in erstaunlich gutem Deutsch selbst vorstellte.

„Wir haben unseren Kader bewusst reduziert, haben dafür jetzt aber mehr Qualität“, betonte Dusko Bilanovic. Die neue Kadergestaltung leitete der TSV schon zu Beginn des Jahres ein, indem er die Verträge mit den Leistungsträgern zu gesteigerten Bezügen frühzeitig verlängerte und sich dafür von anderen Akteuren trennte. Zudem wurde wegen der schweren Verletzung von Torwart Martin Juzbasic mit der Verpflichtung von Christian Ole Simonsen ein wichtiger Transfer vorgezogen, auch wurde in Aron Seesing ein großes Talent am Kreis integriert und Fynn Johannmeyer soll nach langer Verletzung auf Halbrechts durchstarten. Aktuell ist noch ein Profi für die Linksaußenposition, wo der Zeitpunkt der Rückkehr von Joshua Reuland nach dessen Kreuzbandriss noch ungewiss ist, im Probetraining. „Zudem bin ich der Meinung, dass sich alle Spieler noch steigern können“, sagte Walter Haase aus dem Kompetenzteam der Dormagener.

Dazu soll jetzt in der Vorbereitung hart gearbeitet werden. Bisher stand das Grundlagentraining und das Teambuilding im Mittelpunkt. Besonders zusammengeschweißt hat eine spontane Aktion, als der aus dem Landkreis Ahrweiler stammende Joshua Reuland die Mannschaft bat, in seiner Heimatregion bei der Beseitigung der Flutschäden zu helfen. Das taten Spieler und Trainer im Örtchen Kreuzberg. In den Testspielen gegen Nordhorn und Wetzlar geht es darum, sich zu finden, ab Montag steht dann ein kurzes Trainingslager in Hennef an. „Ab dann geht es darum, sich in einem gesunden Konkurrenzkampf seinen Platz zu sichern und Spannung aufzubauen“, meinte Bilanovic. Im ersten Pflichtspiel am 28. August beim Amateurpokalsieger ATSV Habenhausen will er schließlich unbedingt in die zweite Runde des DHB-Pokals einziehen.