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80. Geburtstag für den Neusser Wilhelm Fuchs

Neusser Wilhelm Fuchs wird 80 : „Glücksfall für den Neusser Sport“ feiert runden Geburtstag

Der langjährige Vorsitzende des Stadtsportverbandes Wilhelm Fuchs wird am Dienstag 80 Jahre alt. Mit diplomatischem Geschick verhalf er der Sportbewegung in seiner Heimatstadt zu mehr Durchschlagskraft.

Was ist der Unterschied zwischen einem Neusser Schützenkönig und dem Vorsitzenden des Stadtsportverbandes? Im Falle von Wilhelm Fuchs fällt die Antwort leicht: Während er sich drei Mal vergeblich an der Schießstange versuchte, wurde er 2001 gleich im ersten Anlauf zum höchsten Repräsentanten von organisierten 35.000 Sportlern gewählt.

Und hätte er nicht selbst nach 17 Jahren die Reißleine gezogen, wäre er wohl immer noch im Amt. Denn für den Neusser Sport hat sich Wilhelm Fuchs als Glücksfall erwiesen. Seinem Wirken ist es zu verdanken, dass der Sport stärker im gesellschaftlichen Leben der Quirinusstadt verankert ist, dass der Stadtsportverband und die ihm angeschlossenen 115 Vereine ein größeres Mitspracherecht besitzen, wenn es um ihre Belange geht – auch wenn Neuss deshalb noch lange keine „Sportstadt“ ist.

Wilhelm Fuchs hat diesen Weg beharrlich verfolgt, freilich eher mit diplomatischem Geschick denn als lautstarker Forderer. Einer wie er hätte auch Diplomat werden können statt Diplom-Kaufmann, eine Berufslaufbahn, die ihn bis an die Spitze der Stora Feldmühle AG brachte, deren Vorstandsvorsitzender er elf Jahre lang war. Als „Gentleman unter den Sportfunktionären“ ist er oft bezeichnet worden, als „Grandseigneur des Neusser Sports“ sieht ihn Meinolf Sprink, der vor gut zwei Jahren als Wunschkandidat seine Nachfolge antrat.

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Was nicht heißen soll, dass Wilhelm Fuchs nicht klare Kante zeigen könnte. Als sich kurz nach Beginn seiner Amtszeit eine Bürgerbewegung formierte, die den Bau einer Multifunktionshalle auf dem Gelände der Galopprennbahn auf den Weg bringen wollte, stellte sich Fuchs kurzerhand an ihre Spitze. Unter seiner Regie wurden die Planungen weit vorangetrieben, wurden Investoren und Betreiber gefunden – dass das Projekt auf der Zielgeraden von der Politik gestoppt wurde, wurmt ihn noch heute. Als größtes Verdienst seines Vorgängers sieht Meinolf Sprink jedoch die Einrichtung (und Finanzierung) einer hauptamtlichen Geschäftsführerstelle beim Stadtsportverband (SSV) an, „weil dies die Schlagkraft des Stadtsportverbandes entscheidend erhöht hat.“

Dass der 1921 gegründete SSV und sein langjähriger Vorsitzender im gleichen Jahr einen runden Geburtstag feiern können, ist sicher Zufall. Dass sich Wilhelm Fuchs auf vielfältige Weise für den Sport engagierte, sicher nicht. Denn Sport begleitete das am 3. August 1941 geborene „Kind des Dreikönigenviertels“ sein Leben lang in den unterschiedlichsten Facetten, zunächst bei der DJK Rheinkraft, dann beim Neusser Ruderverein und dem HTC Schwarz-Weiß, dessen Vorsitzender er in der Zeit von 1983 bis 1989 war.

Und weil er seit 59 Jahren „d’r Maat erop“ marschiert, davon lange Zeit als Feldwebel im Schützenlustzug „Obertoren“, wäre die Schar der Gratulanten zu seinem heutigen 80. Geburtstag sicher groß. Doch erstens erlauben die Zeitläufe keine überbordenden Feiern. Und zweitens ist Wilhelm Fuchs gar nicht in Neuss, sondern verbringt sein Jubelfest zusammen mit Ehefrau Edith da, wo er um diese Jahreszeit meist zu finden ist: auf Sylt.

Dem Vernehmen nach soll sich eine kleine, aber feine Delegation aus seiner Heimatstadt auf dem Weg zur beliebten Insel in der Nordsee befinden, um ihm zu seinem runden Geburtstag zu gratulieren. Sollte dabei oben genannte Frage aufkommen, wird Wilhelm Fuchs mit Sicherheit eine Antwort wissen. Denn in seinen Augen sind Schützenfest und Sport „zwei Seiten der gleichen Medaille. Schützen und Sportler fußen zum Teil auf den gleichen ideellen Werten“. Der Jubilar ist der lebende Beweis dafür.