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Eishockeybündnis zwischen Neusser und Düsseldorfer EG

Eishockey : Neusser EV geht Bündnis mit der Düsseldorfer EG ein

Die schon lange vorhandene Kooperation soll auf ein neues Level gehoben werden. Düsseldorfer U20-Spieler sollen parallel bei den Neusser Männern spielen, bei den Kleinsten wird es gemeinsame Mannschaften geben.

Das Dasein im Eishockeydreieck zwischen Düsseldorf, Köln und Krefeld ist nicht immer einfach für den Neusser EV. Fans, Sponsoren und Talente – sie alle zieht es naturgemäß eher zu den Großklubs als zu einem Viertligisten. Also macht der NEV sich die Prominenz in der Nachbarschaft nun zunutze: Am Dienstag gab er bekannt, dass er künftig eng mit der Düsseldorfer EG kooperiert. Zwar nicht mit den Profis aus der Deutschen Eishockey Liga, aber mit dem formal getrennten Stammverein DEG e.V., der sich um den Nachwuchs von der Brehmstraße kümmert.

Ganz neu ist das nicht, Verbindungen auf die andere Rheinseite gibt seit Jahren. Trainer tauschen sich aus, Spieler wechseln hin und her. Nun bekommt das offiziellen Charakter, man wolle die „Zusammenarbeit auf das nächste Level heben, um so einen weiteren Baustein in der Ausbildungskette zu schließen“, sagt der DEG-Vorsitzende Michael Staade. NEV-Chef Udo Tursas freut sich ebenfalls drauf, nennt die DEG eine „Top-Adresse im deutschen Eishockey, die auch bei der Ausbildung hervorragende Arbeit leistet“. Heutige Spitzenspieler wie Nationaltorhüter Mathias Niederberger wurden an der Brehmstraße ausgebildet. Auch im aktuellen Profikader der DEG finden sich Eigengewächse. Zwar spielten die Junioren – ähnlich wie die Profis – zuletzt nicht mehr ganz oben mit, die U20 der DEG kam 2017 letztmalig ins Halbfinale der Deutschen Nachwuchsliga (DNL). Doch mit mehreren hauptamtliche Trainern und U-Nationalspielern gehören die Düsseldorfer weiter zu den Klubs, deren Jugendarbeit vom Verband alljährlich mit der Höchstwertung (fünf Sterne) auszeichnet wird.

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Davon soll nun der NEV profitieren. Künftig sollen Spieler aus der Düsseldorfer U20 parallel bei den Neussern in der Regionalliga auflaufen. Das hilft beiden Seiten: Die DEG-Talente, für die der Sprung zu den Profis häufig noch zu groß ist, weil die Unterschiede bei Härte und Tempo gravierend sind, können sich früher ans Erwachsenen-Eishockey gewöhnen. Und da es sich um die vierte Liga handelt, dürfte der Schritt nicht zu groß sein. Der NEV bekommt gut ausgebildete Spieler, die sein Team besser machen. Und – falls es mit der Profikarriere nichts wird – danach dauerhaft beim NEV spielen können.

Beispiele gibt es bereits. Die NEV-Spieler Jaime Lindt, Maximilian Stein oder Florian Fehr kommen aus der DEG-Jugend, ebenso Torwart Markus Endres. Der spielte in der Vorsaison in Neuss, weil die DNL-Saison wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wurde. Nun hat sich der 20-Jährige fest für einen Wechsel in den Südpark entschieden. „Ein Beispiel, dem nach dem Willen der Verantwortlichen beider Vereine nun gerne weitere Spieler folgen dürfen“, heißt es in einer Mitteilung des NEV.

„Wir möchten in Neuss zukünftig mehr denn je auf junge Spieler setzen, die Düsseldorfer Talente passen dabei prima in unser sportliches Konzept und können ihrerseits wertvolle Erfahrungen im Seniorenbereich sammeln“, sagt Tursas. Ein weiterer Vorteil: Die Eishallen liegen nur knapp 15 Kilometer auseinander, da braucht es weder lange Reisen noch Übernachtungsmöglichkeiten. Von der Nähe sollen auch die Kleinsten profitieren, da geht die Zusammenarbeit der beiden Vereine noch weiter. Bei der U7 und der U9 melden DEG und Neusser EV künftig Spielgemeinschaften. Udo Tursas ist überzeugt: „So bekommen möglichst viele Kinder die Gelegenheit, am Liga-Spielbetrieb teilzunehmen.“