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Basketball: Rufin Kendall soll bei den Tigers ein neues Team aufbauen

Basketball : Unter Trainer Rufin Kendall wollen Tigers wieder hip für Talente sein

Beim personellen Neuaufbau setzte der Coach des Basketball-Zweitligisten TG Neuss auf den Nachwuchs, weiß aber, dass es ohne Erfahrung nicht funktionieren kann.

Nein, vor großen Herausforderungen schreckt Rufin Kendall nicht zurück. Im Frühsommer 2017 blieben ihm nur zwei Monate, um die komplett neuformierten Junior Tigers der TG Neuss auf die Qualifikationsrunde für die weibliche U18-Bundesliga (WNBL) vorzubereiten. Einen Job, den der Coach mit „amerikanisch-kamerunischer Herkunft, italienischem Herz und deutschem Verstand“ mit Bravour erledigte.

Doch jetzt wartet eine noch viel diffizilere Aufgabe auf den 33-Jährigen: Als Nachfolger von John F. Bruhnke soll er bei den Zweitliga-Damen der Tigers den seit dem Abgang von Janina Pils 2018 immer wieder aufgeschobenen Umbruch im Schnelldurchgang wuppen, das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft legen – und seine neue Mannschaft natürlich ganz geschmeidig zum Klassenverbleib führen. Wie schwer das ist, weiß er genau, warnt das an packende Auftritte in den Aufstiegs-Play-offs gewöhnte Umfeld schon mal vor: „Wir werden in der kommenden Saison kleinere Brötchen backen müssen.“ Immerhin weiß er, wo er den Hebel anzusetzen hat. „Seit der 1999er-Generation um Karo Tzokov, Anke Ollig, Ayla Faber und Lea Brückner hat aus der WNBL-Mannschaft keine Spielerin mehr den Sprung in erste Mannschaft geschafft.“ Den Preis zahlen die Tigers allerdings erst jetzt nach den Abgängen von Jana Heinrich, Britta Worms, Leonie Prudent, Jill Stratton, Franziska Worthmann (schon 2020), Christina Krick, Hannah Wischnitzki (Auszeit) und Lotti Ellenrieder.

  • Neu: Jaylonn Walker.⇥Foto: Gobearkats
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Mit kleinem Budget soll Kendall nun auf dem „fast schon leergefegten deutschen Markt“ Personal finden, das seinem Team auf Anhieb weiterhilft. Die verbliebene Jana Meyer, Rückkehrerin Inga Krings sowie die neuverpflichteten Centa Herrmann (Capitol Bascats) und Lisa Arz (Rheinland Lions) erfüllen dieses Anforderungsprofil, das frisch verpflichtete US-Girl Jaylonn Walker (Sam Houston University) hoffentlich auch. Dazu kommen aus dem eigenen Nachwuchs Céline Glock, Luisa Lukas, Lydia Sy, Jule Schillings und die erst 14 Jahre alte U15-Nationalspielerin Johanna Huppertz (SC Bayer Uerdingen).

Kendall, zuletzt beim Herren-Oberligisten DJK Südwest Köln als Trainer tätig, weiß zwar, wie die Tigers ticken, doch was die Angelegenheit für den studierten Gesundheitswissenschaftler kolossal erschwert, ist, „dass wir kein großes Netzwerk haben.“ Zudem musste er in den Gesprächen mit potenziellen Kandidatinnen aus der Regionalliga feststellen, „dass einige andere Schwerpunkte als Basketball gesetzt haben, sie wollen sich aufs Studium oder ihre Arbeit konzentrieren. Andere haben schon einen fixen Verein gefunden.“

Wenngleich der Düsseldorfer verstärkt auf den Nachwuchs setzen will, muss er auch in Routine investieren, „denn um Fehler machen zu können, brauchen die jungen Spielerinnen ein erfahrenes Grundgerüst um sie herum.“ In die Pflicht nimmt er indes auch die hochwillkommenen Talente: „Sie sollen hier eine Perspektive haben, aber dazu müssen sie die 2. Damen-Bundesliga als konkrete Möglichkeit sehen. Die WNBL darf für sie nicht der Endpunkt sein. Nur dabei sein ist eben nicht alles. Darum werden unsere Youngster eine komplett andere Preseason haben als bisher.“ Ein Rohdiamant wie Johanna Huppertz könnte damit in Neuss genau am richtigen Ort sein, ist ihr großer Traum doch, eines Tages in der Bundesliga zu spielen.