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Handball: TSV Bayer Dormagen muss im Heiimspiel gegen Bietigheim ran.

Handball : Bayer Dormagen sieht das Saisonziel nicht in Gefahr

Vor dem Heimspiel des TSV Bayer in der Zweiten Handball-Bundesliga am Freitag gegen Bietigheim mahnt Trainer Dusko Bilanovic zur Ruhe.

In Dresden (HC Elbflorenz) und Würzburg (Rimpar Wölfe) verloren, jetzt mit dem Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr) gegen die SG BBM Bietigheim sowie in Dessau (2. März) und Aue (4. März) drei höllisch heikle Aufgaben vor der Brust – da könnte es einem angst und bange werden um die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen. Doch Trainer Dusko Bilanovic gibt sich gelassen, räumt zwar ein, „die nächsten drei Spiele sind schwierig, die müssen wir irgendwie überleben“, bittet aber darum, den Sinn für die Realität zu behalten: „Es ist ja nicht so, dass wir jedes Spiel gewinnen müssten, so weit sind wir noch nicht. Wir müssen ruhig bleiben. Unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz – und da werden wir am Ende der Saison auch stehen.“

Nach der Horror-Verletzung des bis dahin überragenden Torhüters Martin Juzbasic sieht er seine junge Truppe in einem Selbstfindungsprozess. „Martin hat uns die Sicherheit gegeben, um auch mit Spitzenmannschaften mithalten zu können. Das fehlt jetzt.“ Und damit ist er mit diesem Thema (offiziell) auch durch. „Es hilft ja nichts. Wir müssen einfach unseren Job machen.“

Allerdings könnte der gegen Bietigheim schon knüppelhart werden. Die Schwaben, als heißer Aufstiegskandidant gestartet, dann aber coronabedingt völlig aus dem Tritt geraten, haben sich inzwischen wieder gefangen. Eine ganz starke Phase mit 14:4-Punkten ließ die Jungs von Trainer Hannes Jon Jonsson sogar wieder zart von der Rückkehr ins Oberhaus träumen, ehe die beiden Niederlagen gegen den HC Elbflorenz (28:29) und beim Tabellenführer HSV Hamburg (21:24) das Saisonziel wohl endgültig aus dem Blickfeld rückten.

Die Ambitionen in der etwa 20 Kilometer nördlich von Stuttgart gelegenen Handball-Hochburg (die Frauen der SG BBM belegen in der 1. Liga Rang drei) sind indes nach wie vor groß: So hat sich die vom TSV Bietigheim, der SpVgg Bissingen und dem TV Metterzimmern getragene Spielgemeinschaft für die kommende Saison schon mit Trainer Iker Romero verstärkt. Der Topstar, 2005 mit Spanien Weltmeister, steht aktuell noch als Co-Trainer beim Erstligisten TSV Hannover-Burgdorf unter Vertrag. Der zweifache Champions-League-Gewinner mit dem FC Barcelona, verheiratet mit der ehemaligen Nationalspielerin Laura Steinbach, soll den Klub in die 1. Liga führen und dort etablieren.

Was die Mannschaft um den Top-Torschützen Christian Schäfer (101 Treffer/davon 47 Siebenmeter) schon jetzt drauf hat, zeigte sie trotz der Niederlage zuletzt in Hamburg: Obwohl die Gäste zwischenzeitlich mit fünf Toren ins Hintertreffen geraten waren, ließen sie den Spitzenreiter noch mal gehörig schwitzen. Schäfer brachte die SG per Strafwurf wieder auf 14:16 heran (40.), scheiterte jedoch mit den drei folgenden Versuchen jeweils am für Jens Vortmann (der kurzfristig aus Wilhelmshaven verpflichtete Ex-Dormagener legte ein starkes Debüt im HSV-Trikot hin) eingewechselten Jonas Maier. Mit 16 Paraden, darunter drei entschärften Siebenmetern, und 41 Prozent abgewehrten Würfen war Schlussmann Aron Edvardsson an seiner ehemaligen Wirkungsstätte der mit Abstand beste Bietigheimer Handballer.

Eine gute Torhüter-Leistung benötigt auch der TSV Bayer Dormagen am Freitag. Beginnen wird natürlich Sven Bartmann, doch der aus Leipzig geholte Youngster Christian Ole Simonsen mache im Training große Fortschritte, sagt Bilanovic, dessen Schützlinge das Hinspiel überraschend mit 26:25 gewonnen hatten. „Den Geschmack von dieser Niederlage hat der Gegner immer noch im Mund“, ist sich der Serbe sicher.