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Das Säbelfechten feiert mit German Masters ein starkes Comeback.

German Masters : Das Säbelfechten feiert ein starkes Comeback

Der TSV Bayer Dormagen dominiert erwartungsgemäß die erste Auflage des German Masters am Bundesstützpunkt in Bonn. Matyas Szabo gewinnt bei den Männern.

Ein sehr gutes Training unter Wettkampfbedingungen oder wichtige Standortbestimmung, ganz egal, wie die Premiere des German Masters im Säbelfechten am Bundesstützpunkt in Bonn letztlich zu bewerten ist, für die Athleten war das erste Turnier nach der von der Corona-Pandemie forcierten Zwangspause ein Volltreffer.

Besonders leicht mit einem positiven Fazit tat sich Matyas Szabo. „Ich habe mich heute gut gefühlt“, sagte der Fechter des TSV Bayer Dormagen nach seinem 15:12-Sieg im Finale über seinen Vereinskollegen Richard Hübers: „Ich freue mich, dass der DFB diesen Wettbewerb ins Leben gerufen hat. Für mich war das eine gute Vorbereitung für die anstehenden Aufgaben – und den Titel nehme ich natürlich gern mit.“ Überraschungen gab es keine, im Halbfinale war das bereits seit gut einem Jahr für die auf den kommenden Sommer (23. Juli bis 8. August) verschobenen Olympischen Spiele in Tokio qualifizierte Dormagener Quartett (davon werden in Japan drei Fechter auch im Einzel starten) unter sich: Hübers setzte sich mit 15:13 gegen Max Hartung durch, Szabo bezwang Benedikt Wagner mit 15:12. Im kleinen Finale holte sich Hartung mit einem 15:11-Erfolg Bronze, dennoch imponierte Olaf Kawald, Fechtkoordinator am Höhenberg und Leiter des Bundesstützpunkts Säbelfechten in Dormagen, vor allem der Auftritt des von allen „Peter“ gerufenen Wagners fast genau ein Jahr nach seiner schweren, beim Weltcup-Turnier in Luxemburg erlittenen Verletzung (Riss der Patellasehne im Knie): „Dass er gleich wieder ein Ausrufezeichen hinter seine Form setzen konnte, hat mich überzeugt.“

 Bei den Frauen triumphierte die ebenfalls am Höhenberg trainierende Julika Funke aus Schwäbisch Hall.
Bei den Frauen triumphierte die ebenfalls am Höhenberg trainierende Julika Funke aus Schwäbisch Hall. Foto: „DFB / © Jan von Uxkull"

Genauso sieht das Sven Ressel, Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes (DFB): „Matyas Szabo war heute auf den Punkt fit, daher geht mein Glückwunsch natürlich vor allem an ihn. Schön war für mich aber auch mitzuerleben, dass Benedikt Wagner nach seiner langen Verletzung so stark zurückgekommen ist.“

Bei den Frauen nutzte Julika Funke, wie die Drittplatzierte Elisabeth Gette (beide FC Würth Künzlesau) vor einem Jahr aus Baden-Württemberg an den Rhein gekommen, die Gunst der Stunde. In der verletzungsbedingten Abwesenheit der an der Seite von Sven Ressel als Moderatorin des Livestreams überzeugenden Anna Limbach (Dormagen) cruiste die 20-Jährige durch das Turnier und bezwang im Finale die Dormagenerin Larissa Eifler mit 15:9. Gerechnet habe sie damit freilich nicht, versicherte sie später: „Ich hatte mich Anfang des Jahres mit Corona infiziert und war jetzt auch in den letzten Wochen krank, so dass ich gar nicht mit voller Leistung trainieren konnte. Daher wollte ich heute zwar alles geben, aber vor allem Spaß haben – und das hat super funktioniert.“ Für sie habe dieser Wettkampf auch zeitlich perfekt gepasst, diente ihr das Masters doch als Vorbereitung auf das anstehenden Weltcup-Turnier in Budapest (11. bis 14. März).

In seinem Resümee nahm Kawald noch Léa Krüger (Dormagen), die im Gefecht um Rang drei Gette mit 12:15 unterlegen war, dazu. „Die Vier sind ihrer Favoritenrolle absolut gerecht geworden.“ Er wertete das Turnier am Ende als eine gute Standortbestimmung für den noch ausstehenden Weltcup in Ungarn. „Man hat gespürt, wie sehr die Sportlerinnen sich auf einen echten Wettkampf gefreut und wie ernst sie ihn genommen haben.“ Für Ressel steht damit außer Frage: „Wir werden diese Serie in jedem Fall weiterführen. Wir haben über alle Disziplinen hinweg tolle Gefechte gesehen, konnten wieder Spannung und hoffentlich neue Motivation bei unseren Athleten erzeugen. Und die Bundestrainer hatten die Gelegenheit, ihre Schützlinge unter Wettkampf-Bedingungen zu sehen, das war sicherlich auch wichtig, da das natürlich in dieser Intensität im Training nicht simuliert werden kann.“