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Handball: TSV Bayer Dormagen tritt im Nachholspiel bei Wölfen Rimpar an

Das in Rimpar geltende Tempolimit stresst Handballer aus Dormagen

Die Wölfe aus dem Landkreis Würzburg haben im Februar noch kein Spiel gewonnen, liegen den Gästen mit ihrer Spielweise aber gar nicht.

Auch und gerade im Sport gilt das ungeschriebene Gesetz: Angeschlagene Gegner sind besonders gefährlich. Darum findet es Dusko Bilanovic nicht wirklich prickelnd, mit den von ihm trainierten Zweitliga-Handballern des TSV Bayer Dormagen am Dienstag (Anwurf schon um 19 Uhr) bei den Wölfen der DJK Rimpar zum Nachholspiel antreten zu müssen. Denn die vom Ex-Neusser Ceven Klatt gecoachten Gäste stecken mitten in einem Horror-Monat: Im Februar ist das Team aus dem Landkreis Würzburg noch ohne Sieg (1:7 Punkte), verlor zuletzt gegen Konstanz (24:25) und Aue (16:19) sogar zweimal hintereinander in heimischer Arena. „Kein guter Zeitpunkt für uns dahinzufahren“, findet Bilanovic.

Zumal auch das Gesetz der Serie gegen seine Schützlinge spricht: Von bislang acht Duellen in der 2. Liga gingen sechs an die Wölfe. Die brachten am Samstag das durchaus seltene Kunststück fertig, Aues Torhüter Anadin Suljakovic in Hälfte zwei die unfassbare Quote von 70 Prozent gehaltener Bällen zu ermöglichen. Der Endstand von 16:19, „so steht’s bei unseren Spielen zur Halbzeit“ (Bilanovic), lässt keine Zweifel über Stärken und Schwächen des Tabellen-14. zu: Weniger Tore als Rimpar (24,1 im Schnitt) schluckt in dieser Liga keine Mannschaft, dafür ist die DJK mit durchschnittlich 23,9 eigenen Treffern pro Spiel einsames Schlusslicht. Zum Vergleich: Die agilen „Wiesel“ vom Höhenberg erzielen im Schnitt rund 27 Tore.

Mit Kontrahenten, die dem Spiel das Tempo nehmen und den Ball im Angriff eine gefühlte Ewigkeit in Beschlag nehmen, tun sich Ian Hüter, Alexander Senden, André Meuser & Co. jedoch schwer. Darum kommt dem dem Elitekader des DHB angehörenden Schiedsrichtergespann Steven Heine/Sascha Standke am Dienstag eine vielleicht entscheidende Rolle zu. „Viel hängt davon ab, was sie zulassen“, sagt Bilanovic, der von seinen Schützlingen aber vor allem eines fordert: „Wir müssen Geduld haben.“ Eine guter Mann im Kasten könnte ebenfalls nicht schaden. Weil der Coach den am abgerissenen Fingerglied operierten Martin Juzbasic frühestens Ende März zurückerwartet, „wenn alles glatt läuft“, und der junge und gerade erst aus Leipzig gekommene Christian Ole Simonsen bei allem Talent noch eine Menge lernen muss, steht Sven Bartmann mehr denn je in der Pflicht. Bei der Niederlage am vergangenen Mittwoch in Dresden verlor er das Duell der Torhüter mit Mario Huhnstock deutlich. „Ihm fehlt die Konstanz“, bemängelt Bilanovic, dem darum nur die Hoffnung bleibt, „dass Sven gegen Rimpar zu seiner Normalform findet.“

Gelingt dem 33 Jahre alten Routinier, dessen Vertrag in Dormagen nicht mehr verlängert wurde, das, hat der TSV sehr gute Chancen, diese Partie zu gewinnen. Denn im Angriff läuft es, trotz der Nullnummer (30:34) beim HC Elbflorenz, mit der in Sachsen eine Serie von fünf Spielen ohne Niederlage zu Ende gegangen war. „30 Tore auswärts sind nicht schlecht“, findet Bilanovic. Helfen könnte nach längerer Verletzungspause auch wieder Ante Grbavac. Der wurfgewaltige Shooter aus dem linken Rückraum soll für die „einfachen Tore“ sorgen, „die brauchen wir von ihm“, fordert der Coach, der die Zeit für gekommen hält, „endlich auch mal in Rimpar ein Spiel zu gewinnen.“ Angeschlagener Gegner hin oder her ....