Leichtathletik : Cross mit Ex-Europameister

Quasi direkt aus dem Trainingslager im sonnigen Spanien kommt Jan Fitschen am Samstag nach Neukirchen. Außer dem EM-Sieger von 2006 über 10 000 Meter wirbt der Energie-Cross mit einer ganzen Reihe weiterer Spitzenläufer.

Die Nacht war gestern für Adi Rosenbaum schon um 5 Uhr zu Ende. Eine halbe Stunde später saß der für den "Energie-Cross" der SG Neukirchen/Hülchrath als Organisator tätige Tausendsassa an seinem Schreibtisch — und begann seinen Arbeitstag mit einer guten Nachricht: "Uns liegen für Samstag schon knapp 500 Meldungen vor", verkündete er gegen Mittag bestens gelaunt, "so viele hatten wir noch nie". Rund um den offiziellen Meldeschluss am Donnerstag rechnet er noch mit weiteren 200 bis 300 Eingängen, "so dass wir auf rund 800 Teilnehmer kommen werden".

Bis zum ersten Start am Samstag um 12 Uhr dürfte indes trotz der Kälte noch eine Menge Schweiß bei ihm und seinen Mitstreitern fließen. Denn um die gut 400 Begrenzungsstangen an der rund 1700 Meter langen Strecke zu platzieren, müssen tiefe Löcher in den vermutlich steinhart gefrorenen Böden gebohrt werden. "Wenn die Wetterprognosen recht behalten, werden sich die Läufer in diesem Jahr eher mit Schnee als mit Matsch auseinandersetzen müssen", prophezeit SG-Pressewart Willy Helfenstein.

Besonders hart dürfte die Umstellung für Jan Fitschen sein, denn der 34-Jährige reist quasi direkt aus seinem Trainingslager im sonnigen Spanien an. Der Europameister von 2006 über 10 000 Meter wird zwar von leichten Wadenproblemen geplagt, "aber er hat mir fest zugesichert, dass er bei uns läuft", beruhigt Rosenbaum. Und weil der in Neukirchen "den größten und bestbesetzten deutschen Cross" auf die Beine gestellt hat, will der bei Fitschens Heimatklub TV Wattenscheid als Cheftrainer angestellte Tono Kirschbaum weitere Spitzenläufer mitbringen. Allen voran die Äthiopierin Eleni Gebrehiwot (27), deren großes Ziel die Olympischen Spiele in London sind.

Weil Adi Rosenbaum auch eine Menge von Marketing versteht, liefert er die Titelzeile für das von Läufern aus 15 Nationen besuchte Event gleich mit: "Europameister trifft auf Ali!" Gemeint ist freilich nicht der 1999 vom Internationalen Olympischen Komitee zum "Sportler des Jahrhunderts" gewählte Ex-Boxer Muhammad Ali, sondern der im niederländischen Nijmegen wohnende Somalier Mohamed Ali (32).

Gute Chancen haben jedoch auch Julian Flügel (Regensburg), Sieger des Deutschen Cross-Cups 2011, Musa Roba-Kinkal (SC Gelnhausen), der über 10 000 Meter in 28:41,90 Minuten ebenso eine Bestzeit von unter 30 Minuten stehen hat wie der Ukrainer Vitaly Rybak (28:35). Internationale Klasse verkörpert auch Abdelhadi El Hachimi aus Marokko.

Bei den Frauen geht kein Weg vorbei an der im Marathon bereits für Olympia qualifizierten Vorjahressiegerin Susanne Hahn (Saarbrücken) sowie an den Zwillingen Anna und Lisa Hahner, die vor Jahresfrist die Plätze eins und zwei bei der U23 unter sich aufteilten.

(NGZ/rl)