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Leichtathletik: Björn Otto ist wieder im Rennen

Leichtathletik : Björn Otto ist wieder im Rennen

Karsten Dilla und Björn Otto haben dem Deutschen Leichtathletik-Verband ein Dilemma beschert: Beide übersprangen in Landau die WM-Norm von 5,72 Meter, Otto steigerte sich im Stechen sogar auf 5,80 Meter. Doch für die WM in Daegu ist nur noch ein Platz im Aufgebot frei

Zwei Dormagener haben den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in ein Dilemma gestürzt: Eine Woche, nachdem Karsten Dilla mit seinem Sieg beim Meeting in Jockgrimm die WM-Norm von 5,72 Meter übersprungen hatte, katapultierte sich der 22-Jährige am Dienstagabend in Landau erneut über diese Höhe.

Das reichte dem Grimlinghausener im Trikot des TSV Bayer Dormagen jedoch nicht zum Sieg. Den sicherte sich nämlich im Stechen sein elf Jahre älterer Vereinskollege Björn Otto, der in seinem Jubiläumswettkampf — es war der 500. Start des Diplom-Biologen seit dem 24. Mai 1990, als der damals 13-Jährige in Lüttich 2,30 Meter gesprungen war — 5,80 Meter überquerte. Zuvor waren beide im regulären Wettkampf an dieser Höhe gescheitert, hatten aber ebenso wie Jeremy Scott (USA) die 5,72 Meter im ersten Versuch gemeistert.

Und da beginnt das Dilemma des Verbandes, der nun vier Springer im Besitz der gültigen WM-Norm hat: den Deutschen Meister Malte Mohr (München, 5,81 Meter), Raphael Holzdeppe (Zweibrücken), Karsten Dilla und Björn Otto (alle 5,72 Meter). Nach den Deutschen Meisterschaften (23./24. Juli) hatte der DLV Mohr und Holzdeppe bereits fest in sein Aufgebot für die Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu berufen — wohl ein wenig voreilig, denn Holzdeppe blieb sowohl in Kassel (Fünfter mit 5,52 Meter) hinter den Erwartungen zurück wie eine Woche zuvor bei der U 23-Europameisterschaft, wo er mit 5,50 Meter nur Sechster wurde. Dilla gewann dort mit 5,62 Meter die Silbermedaille, wurde bei der DM mit der gleichen Höhe Dritter und reichte drei Tage später in Jockgrimm die WM-Norm nach. So weit, so gut. Das Comeback von Björn Otto, der im Vorjahr wegen Achillesssehnenproblemen nicht über 5,41 Meter hinausgekommen war, sorgt jetzt für Komplikationen.

Selbst wenn seine im Stechen erzielten 5,80 Meter keine Anerkennung durch den Weltverband IAAF finden sollten, ist der Routinier doch mit 5,72 Meter im Besitz der WM-Norm. Und er und Dilla haben die aktuell besseren Leistungsnachweise als Holzdeppe, dessen Sprung über 5,72 Meter bereits sechs Wochen zurück liegt. Er hat die Norm auch nur ein Mal gesprungen — Dilla zwei Mal. Noch hat der DLV eine Woche Zeit, das Dilemma zu lösen, Meldeschluss für Daegu ist am 14. August. Doch dummerweise steht bis dahin kein hochkarätiger Stabhochsprung-Wettbewerb mehr im Kalender.

(NGZ)