Jüchen : Investoren in Aussicht

Die 7000-Quadratmeter-Fläche des ehemaligen Sportplatzes an der Garzweiler Allee soll künftig für Seniorenwohnprojekte genutzt werden. Zurzeit steht die Gemeinde in Verhandlungen mit mehreren Investoren.

Das Baugelände "Am alten Sportplatz" an der Garzweiler Allee soll zum neuen Zuhause für ältere Menschen werden. Für ein solches Projekt — etwa als Seniorenheim oder als Senioren-gerechte Wohneinheiten — gibt es bereits einige Interessenten. "Wir befinden uns in Verhandlungen mit unterschiedlichen Investoren", bestätigt Rathaus-Sprecher Jürgen Wolf gestern auf Anfrage der NGZ. Noch seien aber keine Verträge unterschrieben. Auch einen Termin für einen möglichen Baubeginn konnte Wolf deshalb nicht angeben.

Seit rund sieben Jahren versucht die Gemeindeverwaltung, die ehemalige Sportfläche zu vermarkten — zunächst zum Mindestkaufpreis von 1,175 Millionen Euro. Auch ein 2009 geplanter Architekten-Wettbewerb musste mangels Interesse abgebrochen werden.

Das rund 7100 Quadratmeter große Areal war aufgegeben worden war, um Finanzlöcher zu stopfen: Mit dem Erlös aus dem Baulandverkauf sollten Investitionen in den Sportplatz Jüchen, der mit einem rund 700 000 Euro teuren Kunstrasen ausgestattet wurde, finanziert werden. Das Projekt war 2003 in Garzweiler emotional diskutiert worden: So hatten Anwohner gefordert, diesen Platz als Sport- und Spielmöglichkeit für Kinder zu erhalten .

"In Jüchen besteht Bedarf für Senioren-Wohnprojekte", sagt Jürgen Wolf. Ein Grund sei der demografische Wandel: Immer mehr Jüchener würden immer älter werden. Eine weitere Ursache liegt in dem überschaubaren Angebot im Gemeindegebiet: "Als Seniorenheim gibt es das ,Haus Maria Frieden' und einige wenige Mehrgenerationenprojekte", so Wolf. Die Gemeindeverwaltung habe den Bedarf für Garzweiler erkannt und habe darauf reagiert. Theoretisch könnten sich auch Investoren für andere Ortsteile wie Gierath oder Bedburdyck interessieren.

Langwierige Vermarktung

Dass die Nachfrage nach Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen groß ist, zeigt das Beispiel des Wohnparks am Bahnhof Hochneukirch: Dort werden das Bahnhofsgebäude, der frühere Lokschuppen und ein komplett neu errichtetes Objekt für Senioren hergerichtet. "Die Resonanz ist sehr gut gewesen. Für die zwei großen Wohneinheiten im ehemaligen Lokschuppen gibt es Interessenten, fast alle Wohnungen sind vermietet", so ein Mitarbeiter des ausführenden Büros "Siekmann & Dovern". Nur im historischen Bahnhofsgebäude, mit dessen Umbau begonnen werde, sei noch Platz frei.

(NGZ)