Korschenbroich : Wartehäuschen zu klein

Wer im Stadtgebiet auf den Bus angewiesen ist, kann sich freuen: Im Rahmen des barrierefreien Ausbaus werden 40 neue Wartehäuschen aufgebaut. Zur Verärgerung der Lüttenglehner fäll ihr Exemplar "extrem mickrig" aus.

Bequemer und komfortabler wird es für die Bürger, die künftig im Stadtgebiet auf den Bus angewiesen sind. 40 der 175 Haltepunkte werden aktuell umgebaut. Menschen mit Gehbehinderungen, Senioren, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und Mütter mit Kinderwagen sollen gezielt von der barrierefreien Umgestaltung profitieren.

Zwölf Haltepunkte inklusive neuen Wartehallen sind bereits fertiggestellt. Verschnupft reagierten daraufhin jetzt einige Bürger aus Lüttenglehn. Sie beanstanden massiv die Miniaturausgabe des Wartehäuschens. Die Stadt sucht nach einer zeitnahen Lösung.

Das Stimmungsbarometer von Marlies Grabowski (59) wechselte von Freude, in Belustigung und mittlerweile in Verärgerung. "Für mich ist das alles nicht mehr einsichtig", schüttelt sie den Kopf und weist auf die Seitenmaße des Wartehäuschens. "Wenn's regnet bietet dieser Haltepunkt wirklich keinen Schutz", so die Beamtin, die täglich von der Haltestelle Lüttenglehn über Neuss nach Düsseldorf zur Arbeit fährt.

So wie sie, hofft auch Martina Heissler (42) auf Abhilfe: "Uns hatte man Unterstände versprochen, die zu den bisherigen nicht schlechter ausfallen sollten." Wer nach Glehn und Mönchengladbach fährt, wird in Lüttenglehn auch großzügig bedacht. Die gegenüberliegende Haltestelle — die nachweislich wesentlich häufiger frequentiert wird — fiel hingegen erheblich kleiner aus.

"Hier werden wartende Fahrgäste bei Regen und Schnee richtig nass", beklagt Martina Heissler die viel gelobte Neuerung. "Auch stehende Fahrgäste oder Rollstuhlfahrer finden an dem neuen Haltepunkt keinen angemessenen Schutz." Für Martina Heissler steht fest: "Die Überdachung und die Seitenwände sind zum Bedarf einfach viel zu kurz."

Enttäuscht über das Ergebnis ist auch Judith Werbitzky (60). Die Seniorin, die auf einen Rollator angewiesen ist und mindestens zweimal wöchentlich den Bus von Lüttenglehn nach Neuss zum Arzt benutzt, spricht "von schlechter Planung". Sie ist aber optimistisch und hofft: "Die Verantwortlichen im Rathaus werden ihren Fehler doch merken und uns noch ein zweites großes Wartehäuschen aufstellen."

Richtig ist, dass sich Tiefbauamtsleiter Christoph Herchner (53) in der vergangenen Woche schon manche Bürgerbeschwerde anhören musste.

Georg Onkelbach (49) ist im Thema. Auf Anfrage der NGZ erklärte der Fachbereichsleiter dann auch offen: "Wir haben die Dinge anders gesehen. Vielleicht haben wir den Bedarf unterschätzt." Onkelbach, der Bürgerbeschwerden ernst nimmt, verspricht: "Wir suchen nach Möglichkeiten, die neue Wartehalle zu vergrößern." Seine Prognose: "Wir als Stadt sind bemüht, den Austausch bis zum Ende der Sommerferien hinzubekommen."

(NGZ)