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Olympische Spiele 2012: Acht haben Olympia-Chance

Olympische Spiele 2012 : Acht haben Olympia-Chance

Am 27. Juli 2012 werden die XXX. Olympischen Sommerspiele eröffnet. Wenn es gut läuft, könnten mehr als ein halbes Dutzend Athleten aus dem Rhein-Kreis Neuss in London dabei sein.

Stéphanie Groß und Nicolas Limbach fühlten sich einsam: Unter all den Athleten, die 2004 und 2008 die olympischen Dörfer in Athen und Peking bevölkerten, waren die Ringerin vom AC Ückerath und der Säbelfechter des TSV Bayer Dormagen die einzigen aus dem Rhein-Kreis Neuss. Wenn in 359 Tagen, am 27. Juli 2012, das Olympische Feuer in London entzündet wird, könnte das anders aussehen: Zwischen sechs und zehn Athleten aus heimischen Vereinen haben gute Chancen, bei den XXX. Olympischen Sommerspielen dabei zu sein.

Ein Zwischenbericht

FECHTEN Es muss schon sehr viel schief laufen, damit Nicolas Limbach die Fahrkarte zu seinen zweiten Olympischen Spielen verpasst. Mit 232 Punkten ist der Dormagener momentan hinter dem russischen Europameister Alexey Yakimenko (268) Zweiter der Weltrangliste vor dem Koreaner Bon Gil Gu (202). Doch die Dormagener wollen mehr, nämlich im Mannschaftswettbewerb starten. Das hat den Charme, dass unabhängig von ihrer Weltranglistenposition drei Deutsche im Einzel dabei sein dürfen. Die besten vier Teams der Weltrangliste plus der danach folgende beste Vertreter jedes Kontinents sind qualifiziert. Deutschland ist zur Zeit hinter Italien (372 Punkte) und Russland (368) mit 312 Punkten Dritter vor Rumänien (266), Weißrussland (260), China, Südkorea und der Ukraine. Bleiben sie dort auch nach der WM , die Anfang Oktober in Catania ausgetragen wird, oder zieht nur ein europäischer Konkurrent an ihnen vorbei, sind Limbach und Co. sicher in London dabei. Die übrigen Weltranglistenpositionen: 37. Max Hartung, 57. Benedikt Beisheim, 59. Benedikt Wagner, 81. Richard Hübers. Bei den Frauen wäre Stefanie Kubissa als 19. der Weltrangliste nach momentanem Stand qualifiziert.

Prognose Vier gehen an den Start.

HOCKEY In Lena Anders und Luisa Steindor gehören zwei Spielerinnen des HTC SW Neuss zum Kader der Europameisterschaften, die am 20. August in Mönchengladbach beginnen. Lina Geyer pausiert momentan aus Studiengründen.

Prognose Bleibt das Trio von Verletzungen verschont, sollten zumindest zwei in London dabei sein.

LEICHTATHLETIK Karsten Dilla hat sich mit seinem Satz über 5,72 Meter zu einem heißen Olympiakandidaten empor geschwungen. Der 22 Jahre alte Grimlinghausener im Trikot des TSV Bayer Dormagen belegt mit dieser Höhe Platz sieben in der Weltrangliste, gemeinsam mit dem gleichaltrigen Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) ist er der jüngste Stabhochspringer unter den besten 20 der Welt. Nimmt ihn der DLV mit zur WM in Daegu, kann er schon viel für London lernen.

Prognose Dilla schafft die Quali als drittbester deutscher Springer.

SCHWIMMEN Im Gegensatz zu den bisher Genannten gehört Christoph Fildebrandt nicht zum Top-Team London 2012 des Olympiastützpunktes Rheinland. Das könnte sich nach der WM ändern, denn mit Rang vier in der 4x200-Meter-Freistilstaffel war der Dormagener einer der wenigen Lichtblicke im enttäuschenden Aufgebot des DSV.

Prognose Startet die Staffel in London, ist Fildebrandt dabei.

MODERNER FÜNFKAMPF Janine Kohlmann droht den Olympiazug zu verpassen. Bei der EM am Wochenende schied die 20-Jährige vom Neusser SV nach schlechter Fechtleistung und einem durchschnittlichen Schwimmergebnis als 23. ihrer Vorrundengruppe aus. Sie ist hinter Olympiasiegerin und Europameisterin Lena Schöneborn sowie Eva Trautmann (EM 11.) und Annika Schleu (EM 13.) derzeit nur Nummer vier in Deutschland.

Prognose Es wird schwer, aber Kohlmann hat noch Zeit bis Rio 2016.

RINGEN Samet Dülger droht London zu verpassen. Beim ersten internationalen Start nach einjähriger Verletzungspause belegte der Freistilspezialist des KSK Konkordia beim Grand Prix von Polen nur Rang acht in der Klasse bis 66 Kilogramm, in der er zudem mit dem EM-Dritten Saba Bolaghi einen ganz harten nationalen Konkurrenten vor der Nase hat. Für die Ringerinnen Lisa Hug (KSK, wurde in Polen Neunte), Nina Hemmer und Laura Mertens (ACÜ) kommt London zu früh.

Prognose Wieder kein Ringer dabei.

ANDERE Zwei aus Neuss stammenden Athleten dürfen sich ebenfalls Olympia-Hoffnungen machen: Boxer Hamsa Touba (OSP Rhein-Neckar) und Kanu-Rennsportler Robert Gleinert (OSP Berlin).

(NGZ)