Leichtathletik : Dilla knackt die WM-Norm

Drei Tage nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften hat Karsten Dilla die Norm für die Leichtathletik-WM erfüllt. Mit 5,72 Meter gewann der Dormagener das Stabhochsprung-Meeting in Jockgrimm

Das pfälzische Jockgrimm scheint ein gutes Pflaster für die Stabhochspringer des TSV Bayer Dormagen zu sein. Schon Björn Otto zählte das stimmungsvolle Meeting zu seinen Lieblings-Wettkämpfen. Bei Karsten Dilla dürfte das seit Mittwochabend nicht anders aussehen: Da übersprang der 22 Jahre alte Grimlinghausener 5,72 Meter und sicherte sich mit persönlicher Bestleistung nicht nur den Sieg, sondern knackte damit auch die Norm für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften, die vom 27. August bis 4. September im südkoreanischen Daegu ausgetragen werden.

Ob Dilla, vor anderthalb Wochen erst Vize-Europameister der U 23 geworden, tatsächlich vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für die WM nominiert wird, entscheidet sich innerhalb der nächsten zwei Wochen. 64 Athleten, die alle im Besitz der A-Norm sind, hat der DLV im Anschluss an die Deutschen Meisterschaften in Kassel bereits fest nominiert, darunter die beiden Stabhochspringer Malte Mohr (Saisonbestleistung 5,81 Meter, LG Stadtwerke München) und Raphael Holzdeppe (5,72 Meter, LAZ Zweibrücken).

Der dritte Platz im Aufgebot blieb bislang unbesetzt, weil kein anderer DLV-Springer die A- (5,72 Meter) oder B-Norm (5,70 Meter) geschafft hatte. Das sieht seit Mittwochabend anders aus. Nur drei Tage, nachdem er bei den Deutschen Meisterschaften hauchdünn an dieser Höhe gescheitert war, katapultierte sich Karsten Dilla in Jockgrimm gleich im ersten Versuch über die 5,72 Meter, nachdem er zuvor auch 5,40 und 5,60 Meter auf Anhieb übersprungen hatte. Damit steigerte der 22-Jährige nicht nur seine eigene Bestmarke, die ihm bei der DM zu Platz drei verholfen hatte, um glatte zehn Zentimeter, sondern entschied den Wettbewerb vor fünf weiteren Athleten, die alle 5,72 Meter übersprangen, für sich — darunter Raphael Holzdeppe auf Rang vier. Vor 2500 Zuschauern legten hingegen die Favoriten, Ex-Weltmeister Brad Walker (USA) und der Deutsche Meister Malte Mohr jeweils einen "salto nullo" hin.

"Ich denke, das sieht ganz gut aus für mich", kommentierte Dilla nach der Siegerehrung seine WM-Chancen, "heute hat einfach alles geklappt." Jetzt muss er abwarten, ob bis zum Meldeschluss am 13. August noch weitere DLV-Springer die Norm übertreffen — am Mittwoch blieben Fabian Schulze (LG Stasdtwerke München) und Alexander Straub (LG Filstal) schon bei 5,40 Meter hängen. Nimmt ihn der DLV tatsächlich mit nach Daegu, könnte der August ein stressiger Monat für Karsten Dilla werden: Vom 12. bis 23. August ist der Grimlinghausener nämlich bereits bei den Studenten-Weltmeisterschaften im chinesischen Shenzhen dabei.

(NGZ)