Leichtathletik : Dilla reißt WM-Norm knapp

Wie vor einer Woche bei der U 23-Europameisterschaft fehlten Karsten Dilla auch bei der Leichtathletik-DM in Kassel nur Millimeter zur WM-Norm von 5,72 Meter. Mit 5,62 Metern belegt der Dormagener Stabhochspringer Rang drei

Noch hat Karsten Dilla drei Wochen Zeit, um auf den Zug Richtung Leichtathletik-Weltmeisterschaft im südkoreanischen Daegu aufzuspringen: Bis zum 14. August muss der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) sein WM-Team benannt haben. Dass er das Zeug dazu besitzt, bewies der Stabhochspringer im Trikot des TSV Bayer Dormagen auch gestern bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Kasseler Auestadion.

Denn in einem Wettbewerb, der wie die meisten unter den widrigen Wetterbedingungen (12 Grad, Regen) litt, belegte der 22 Jahre Grimlinghausener mit 5,62 Meter Rang drei hinter dem mit 5,81 Meter auch die DLV-Bestenliste anführenden Malte Mohr, der im dritten Versuch 5,72 Meter übersprang und dem höhengleichen Fabian Schulze (beide LG Stadtwerke München), mit dem er zusammen in der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Köln-Wahn trainiert. Dillas Vereinskollege Björn Otto, mit 33 Jahren der älteste Springer im zwölfköpfigen Feld, folgte höhengleich mit dem Deutschen Juniorenmeister Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) mit 5,52 Metern auf Platz vier.

Wie schon vor einer Woche bei den U 23-Europameisterschaften im tschechischen Ostrava scheiterte Karsten Dilla nur hauchdünn an der WM-Norm von 5,72 Meter. "Die hat er mit den Achselhaaren gerissen", entfuhr es ZDF-Reporter Wolf-Dieter Poschmann nach dem dritten Versuch des Grimlinghauseners im Bayer-Trikot. Der hatte zuvor die 5,62 Meter und 5,52 Meter jeweils im zweiten Versuch überquert, seine Einstiegshöhe von 5,32 Meter meisterte Karsten Dill auf Anhieb und ließ dann 5,42 Meter aus. Weil Fabian Schulze jedoch die 5,62 Meter im ersten Versuch übersprungen hatte, hatte derWahl-Münchner im direkten Vergleich um die Silbermedaille die Nase vor seinem Trainingspartner vorn.

Björn Otto war bei 5,32 Meter in den Wettbewerb eingestiegen und hatte diese Höhe erst im dritten Versuch genommen. Die 5,42 Meter übersprang der WM-Fünfte von 2007 im zweiten Anlauf, ebenso die 5,52 Meter. An 5,62 Meter scheiterte der 33-Jährige, der wegen Achillessehnenbeschwerden fast ein Jahr lang pausiert hatte, dann drei Mal.

(NGZ)