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Remscheid: Mutmaßlicher Kindesmissbrauch - Polizei nimmt 32-Jährigen fest

Festnahme in Remscheid : 32-Jähriger soll Jungen missbraucht haben

Die Polizei hat einen Remscheider festgenommen, der dringend verdächtigt wird, einen mittlerweile 13-jährigen Jungen mehrfach schwerwiegend sexuell missbraucht zu haben. Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert zufolge wurde der Mann bereits dem Haftrichter vorgeführt.

Ein 32-jähriger Mann ist am Donnerstag in seiner Wohnung in Remscheid festgenommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft Wuppertal am Freitag mitteilte, besteht gegen den Mann der dringende Tatverdacht, einen heute 13-jährigen Jungen mehrfach schwerwiegend sexuell missbraucht zu haben. Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert zufolge habe der Beschuldigte bei der Vernehmung durch die Polizei die Tat bisher bestritten. Die Aussagen vor dem Haftrichter waren am Freitag noch nicht bekannt.

Der Remscheider ist schon länger im Visier der Behörden. Im Mai war ein Hinweis der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal eingegangen. Diese Institution mit Sitz in Köln beschäftigt sich mit Kriminalität im Internet. Laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte über den Internetdienst Instagram kinderpornografisches Material hochgeladen haben. Nach einer ersten Sichtung des Materials wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Am 23. Mai rückte die Kriminalpolizei bei dem Beschuldigten an. Sowohl in seinen privaten Räumen als auch an seinem Arbeitsplatz in Hückeswagen. Der Anfangsverdacht, kinderpornografische Schriften zu besitzen und des („einfachen“) sexuellen Missbrauchs von Kindern, wie es in einer Mitteilung heißt, machte die richterlich angeordnete Durchsuchung notwendig.

Die Beamten stellten dabei unterschiedliche Datenträger sicher. Nach einer sofortigen Aufbereitung der Daten durch Mitarbeiter des Fachkommissariats des Polizeipräsidiums Wuppertal und einer ersten Sichtung des Materials ergab sich Baumert zufolge ein dringender Tatverdacht. Der Mann soll in der Vergangenheit schweren Missbrauch begangen haben. Außerdem soll ein weiterer Missbrauch unmittelbar bevorgestanden haben. Dazu sichteten mehrere Beamte bis tief in die Nacht Chatverläufe und Bilder.

„Der Verdächtige war mit den Eltern des Jungen befreundet“, sagte der Staatsanwalt. Von dem Missbrauch hätten die Eltern des Jungen aber nichts gewusst, so Baumert. Ein Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen in Velbert und Münster, bei denen ein Netzwerk an Tätern bekannt wurde, bestehe nicht. Es handelt sich laut Staatsanwaltschaft in diesem Fall um einen Einzeltäter.

Am Donnerstag schlugen die Ermittler dann zu und nahmen den 32-Jährigen fest. Am Freitag wurde er dem Haftrichter vorgeführt. Bei einer Verurteilung erwartet den Tatverdächtigen eine Freiheitsstrafe von zwei bis 15 Jahren. Die umfangreichen Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei dauern an.

(cip)