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Lennep: Röntgen-Jubiläum wird zeitversetzt gefeiert

Feierlichkeiten in Lennep : Röntgen-Jubiläum wird zeitversetzt gefeiert

Seit Donnerstag ist das Geburtshaus für die Öffentlichkeit zugänglich. Im November wird die Röntgen-Plakette in Lennep verliehen. Die Museumsfassade wird bald wieder ansehnlich erscheinen.

Über der Einfahrt zur Tiefgarage in der Lenneper Altstadt klebt seit Donnerstag das Konterfei des berühmtesten Sohns der Stadt: Wilhelm Conrad Röntgen.

Der 175. Geburtstag des ersten Nobelpreisträgers für Physik sollte eigentlich im März groß gefeiert werden. Dr. Uwe Busch, Direktor des Deutschen Röntgen-Museums, hatte ein reichhaltiges Programm zusammengestellt. Das Corona-Virus soll aber nicht das letzte Wort haben im Jubiläumsjahr. „Wir versuchen, fast alles aus dem ausgefallenen Programm zu retten“, betont Uwe Busch. Zeitversetzt und unter veränderten Bedingungen soll das Lebenswerk des Entdeckers der X-Strahlen in seiner Geburtsstadt gewürdigt werden.

Seit Donnerstag steht nun das Geburtshaus am Lenneper Gänsemarkt für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Einmal in der Woche öffnet es – donnerstags von 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Eine intime Ausstellung gibt Einblicke in das private Leben des Forschers. Zugleich dient das Haus als ein Ausbildungs- und Lernort für Röntgenologen. Busch zufolge seien die Kurse der Deutschen Röntgen-Gesellschaft bereits ausgebucht gewesen. Nach den Sommerferien soll mit dem Programm gestartet werden, in abgespeckter Form.

An den Jubilar wird am 13., 14. und 15. November feierlich erinnert. Vorausgesetzt, die Infektionszahlen steigen in Remscheid nicht. Statt ins Stadttheater wechselt die Veranstaltung zur Verleihung der Röntgenplakette in die Aula des Röntgen-Gymnasiums. „Dort haben wir für etwa 150 Leute Platz, in der Klosterkirche wären es nur 50 gewesen“, sagt Busch. Das ursprünglich vorgesehene Teo Otto Theater fällt aus Termingründen aus. Ein Ensemble der Bergischen Symphoniker sorgt aber musikalisch für einen festlichen Rahmen, sagt Busch

Das Röntgen-Mobil gehört zu den Hauptattraktionen im Röntgenjahr. Es soll den Forschergeist wecken und bietet für verschiedene Jahrgangsstufen die Möglichkeit, eigene Experimente auf dem breiten Feld der Röntgenstrahlen durchzuführen. Zurzeit parkt es in Mannheim. Der Lockdown ließ keine Experimentierstunden zu. Auch beim Röntgen-Mobil hofft Busch, dass es in der Zeit der Feierlichkeiten die verschiedenen Schulen in Lennep anfahren kann.

Völlig unabhängig von Hygienekonzepten entwickelt sich das digitale Röntgen-Museum. Auf einer speziellen Plattform sollen in Kürze Gegenstände, Briefe und andere Dinge aus dem Nachlass des Physikers vorgestellt werden. „Röntgen hat die Meinung vertreten, dass seine Entdeckung allen Menschen gehört“, sagt Busch. Dass jedermann zum digitalen Röntgen-Museum Zugang habe, sei ganz im Sinne des Transparenzgedankens von Röntgen.

Am 8. November 2020 jährt sich der Tag der Entdeckung der X-Strahlen im Labor in Würzburg. Die Universität Würzburg plant ein besonderes Event. Die Würzburger schmücken sich ebenfalls gerne mit dem Namen Röntgen. Auch wenn Röntgen nur drei Jahre in Lennep gewohnt hat, seine Eltern zogen weiter in die Niederlande, so sei die Familie doch tief im Bergischen verwurzelt, sagt Busch. Die Familiengeschichte soll bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Eine entsprechende Chronik soll demnächst in Druck gehen.

Die Unterbrechung der Feierlichkeiten hat auch ihr Gutes. Wenn alles nach Plan läuft, könnte die Fassade des Deutschen Röntgen-Museums demnächst wieder ansehnlich erscheinen. Das Gebäude ist eingerüstet, die Handwerke arbeiten.