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Remscheid: Ungewöhnliche Feier, tolle Noten

Abi in Lüttringhausen : Ungewöhnliche Feier, tolle Noten

Auf dem Jahnplatz fand am Donnerstag die Zeugnisvergabe der Leibniz-Abiturienten statt. Die coronabedingte Maßnahme war ungewöhnlich, die Abschlussnoten waren es auch. Bei 31 Schülern stand eine 1 vor dem Komma.

Die diesjährige Abiturientia des Leibniz-Gymnasiums – ein besonders leistungsstarker Jahrgang – erhielt am Donnerstag ihre langersehnte Hochschulreife. Anders als sonst überreichte Schulleiter Thomas Giebisch die Zeugnisse nicht in der schuleigenen Aula, sondern auf dem Jahnplatz – unter freiem Himmel und mit dem wegen des Corona-Virus gebotenen Mindestabstand.

„Außergewöhnliche Zeiten bedürfen außergewöhnlicher Maßnahmen.“ Dieser Satz, der in den vergangenen Monaten wie ein beschwichtigendes Mantra immer wieder zu hören war, ging am Donnerstagabend auch Schulleiter Thomas Giebisch mehrfach über die Lippen, als er bei der Zeugnisvergabe vor die Festgesellschaft trat. Ein ungewohntes Bild: Wo normalerweise die Fußballer des FC Remscheid ihre Trainingseinheiten und die ein oder andere Partie absolvieren, auf dem Kunstrasen des Jahnplatzes an der Klausener Straße nämlich, rollten zu dieser Stunde keine Bälle von links nach rechts.

Stattdessen saßen dort die 68 schick gekleideten Abiturienten und ihre maximal zwei Begleitpersonen – und zwar auf den selbst mitgebrachten Stühlen vom heimischen Balkon, der Terrasse oder dem Campingwagen. Sie lauschten den Lobeshymnen der Laudatoren und den wertvollen Ratschlägen für ihren weiteren Lebensweg.

Noch nie habe er eine solche Vergabe der Zeugnisse erlebt, so Giebisch. Andererseits, bemerkte er stolz, „haben 31 von Ihnen, also 45 Prozent der Abiturienten, ihr Abitur mit einer 1 vor dem Komma abgelegt. Das ist keinem anderen Abiturjahrgang vor Ihnen gelungen.“ Den Sportplatz für die Zeugnisvergabe hatte die Schule gewählt, um in Zeiten der Corona-Pandemie den nötigen Sicherheitsabstand unter den Anwesenden zu gewährleisten. Das Wetter spielte glücklicherweise mit. Ein sonniger Sommerabend begleitete die Festgesellschaft.

Schulleiter Giebisch sprach von einem „denkwürdigen Platz“ für eine Zeugnisvergabe und verglich den langen Weg bis zum Abitur mit einem Marathonlauf. Primäres Ziel in beiden Fällen sei es, anzukommen. Die gelaufene Marathonzeit oder die erreichte Abiturnote sei zweitrangig. „Allen, die angekommen sind, gilt unser allergrößter Respekt und unsere allergrößte Anerkennung.“

Der Schulpflegschaftsvorsitzende Christian Pelshenke lobte die diesjährigen Abiturienten dafür, sich auf den letzten Metern bis zum Abitur neuen Herausforderungen gestellt zu haben. Trotz der Corona-Pandemie hätten sie das Ziel nie aus den Augen verloren. Abiturientin Anna Louisa Lisci hielt die Rede für die Jahrgangsstufe, ließ ihre Schulzeit – vor allem die zahlreichen Fahrten – Revue passieren und fand deutliche Worte zur momentanen Situation: „Wir hätten einen besseren Abschluss mit einer großen Feier verdient.“

Ganz abgeschrieben ist der Abiball aber noch nicht. In der Alten Schlossfabrik in Solingen wollen die Abiturienten unter Sicherheitsvorkehrungen bald nachfeiern.