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Remscheid: Bescherung für 80 Senioren

Weihnachtsaktion in Remscheid : Bescherung für 80 Senioren

Bewohner von Haus Lennep und Stockder Stiftung erhielten diese Woche die Geschenke der Weihnachtsaktion von Barmer und BM.

Tränen der Rührung, Freude und Nostalgie flossen diese Woche bei Bewohnern von Haus Lennep und Stockder Stiftung, als ihnen – im Rahmen einer gemütlichen Weihnachtsfeier – die für sie liebevoll und hübsch verpackten Präsente von Lesern der Bergischen Morgenpost überreicht wurden.

Freude und Dankbarkeit konnten die glücklich Bescherten kaum in Worte fassen. Besinnliche Weihnachtsmelodien erfüllten den festlich dekorierten Speisesaal von Haus Lennep, in dem am Mittwochnachmittag rund 80 Bewohner des Hauses und der Stockder Stiftung gemütlich beisammensaßen. Die junge Pianistin Marina Dorfmüller saß konzentriert an ihrem Instrument und spielte ihr weihnachtliches Repertoire, dem die Senioren beseelt lauschten. Einige ließen den Blick im Raum schweifen, sahen zu den Mitbewohnern an anderen Tischen herüber, blickten zu dem mit Kugeln und Lichterketten geschmückten Weihnachtsbaum oder der voll besetzten Krippe und nahmen die hübsch gedeckte Kaffeetafel wahr.

Es herrschte eine besinnliche Atmosphäre, wie sie sich wohl jeder zu Heiligabend wünscht. Die Bewohner tauschten mit den Mitarbeitern des Hauses freudige Blicke aus und sahen neugierig wie kleine Kinder auf den Gabentisch. Zahlreiche bunte Pakete mit glänzenden Schleifen lagen dort für die Bewohner bereit. Geschenke, die Leser der Bergischen Morgenpost im Rahmen der gemeinsamen Aktion von Barmer Krankenkasse und BM für die Bewohner besorgt hatten.

„Die Bescherung kommt erst nach getaner Arbeit“, sagte Gabriele Radig, Koordinatorin der Sozialen Dienste in den beiden Remscheider Einrichtungen der Bergischen Diakonie, und stimmte zu einem gemeinsamen Weihnachtslied an. „Lasst uns froh und munter sein“, sangen die Bewohner textsicher mit. Zur Stärkung wurde Torte und Stollen gereicht: „Was darf ich Ihnen bringen?“, fragte eine Mitarbeiterin eine Seniorin, die neugierig auf den Küchenwagen lugte. „Schwarzwälder Kirsch, Eierlikörtorte oder Stollen?“ Die Dame überlegte nicht lange: „Eierlikör.“ Fürs Kaffeetrinken hatte Hauswirtschaftlerin Sarah Pasternak offensichtlich den Geschmack der Bewohner getroffen, denn die Torten waren in Windeseile vergriffen. Radig schloss eine humorvolle Weihnachtsgeschichte an und dann war es endlich soweit: Die Bescherung stand an. Die Mitarbeiter des Hauses, in Begleitung von Barmer-Mitarbeiterin Heike Bub, traten an den Gabentisch und pickten nach und nach die mit Namen versehenen Präsente heraus.

Mit einer vollen Weihnachtstasche ging Bub zu Sonja Nuxoll. Die 55-Jährige zog vor zwei Jahren nach einem wiederholten Schlaganfall ins Haus Lennep und zählt zu den jüngeren Bewohnern. Sie hatte sich im Vorfeld auf die Bescherung gefreut und sich eine Rollstuhldecke gewünscht, um ihre Beine warm zu halten. Mit vereinten Kräften wurde das Geschenk ausgepackt. „Oh, wie schön. Und so schön weich“, entfuhr es Nuxoll, die glücklich die Kuscheldecke streichelte. „Das ist noch nicht alles“, sagte Bub, die zwei weitere Geschenke aus der Tasche zog. Weingummi zum Naschen und eine Tube Bodylotion. „Das ist so toll“, sagte Nuxoll: „Erst gestern ist meine Bodylotion leer gegangen.“ Die 55-Jährige freute sich sehr über die Geschenke: „Ich kann mich gar nicht genug dafür bedanken.“

Zwei Tische weiter überreichte Gabriele Radig Bewohnerin Hannelore Hein (89) ihr Geschenk, das sie ebenfalls gemeinsam auspackten. Kleine ausgeschnittene Tannenbäume zierten das Papier, das Hein ganz vorsichtig öffnete. Die Seniorin war früher gerne in die Berge gereist. Dort hatte sie sich immer frei gefühlt. Einen Kalender mit Bergmotiven hatte sie sich gewünscht. Als das Papier um das Geschenk entfernt war, kam ein wunderschönes Landschaftsbild der Alpen zum Vorschein, bei Hein kullerten die Tränen. „Das ist so toll“, seufzte die Senioren gerührt. Ihr Wunsch war in Erfüllung gegangen. Ein großer Wandkalender mit Bergmotiven lag in ihren Händen. Auch bei Radig flossen Tränen der Freude: „Es ist einfach schön, dass Menschen unseren Bewohnern so viel Freude bereiten. Die strahlenden Gesichter zu sehen, ist einfach toll.“