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Radevormwald: Tipps der Apotheker für Pollenallergiker

Apotheken im Oberbergischen Kreis : Tipps der Apotheker für Pollenallergiker

Bei einer starken Verschlimmerung der Symptome sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Wer schon länger von Heuschnupfen betroffen ist, weiß, wie er sich äußert: Fließschnupfen, verstopfte Nase, Niesen und Augenjucken.

Allergiker werden es schon gemerkt haben: Die Pollensaison hat begonnen. Die hohen Temperaturen haben dafür gesorgt, dass sich die Luft vor allem mit Hasel- und Erlenpollen gefüllt hat. Die Birkenpollen werden in Kürze folgen, teilen die Apotheker im Oberbergischen Kreis mit. Für viele Heuschnupfenpatienten beginne nun ein monatelanges Leiden mit Niesreiz, Fließschnupfen und Augenjucken. Die Apotheker beraten alle Betroffenen, wie sie sich auf die aktuelle Allergiesaison vorbereiten können. Bei Patienten, die erstmals mit ungeklärten Schnupfensymptomen in die Apotheke kommen, unterstützt das pharmazeutische Personal bei der Abklärung, ob vielleicht eine Corona-Infektion hinter den Symptomen steckt. Dann ist Rücksprache mit einem Arzt erforderlich.

Wer schon länger von Heuschnupfen betroffen ist, weiß, wie er sich äußert: Fließschnupfen, verstopfte Nase, Niesen und Augenjucken. Manchmal kommen Husten, Müdigkeit und Kurzatmigkeit hinzu. Vor allem, wenn man zum ersten Mal auf Pollen reagiert und nicht mit den Beschwerden rechnet, stellt sich die Frage, ob es sich um eine Allergie oder eine Corona-Infektion handelt. „Ganz klare Unterscheidungsmerkmale sind vor allem auftretendes Fieber und Gliederschmerzen, die nicht für eine saisonale Allergie sprechen“, sagt Martina Dammüller, Pressesprecherin der Apotheker, ebenso wie ein plötzlich auftretender Geruchs- oder Geschmacksverlust. Bei Covid-19 könne es zu Schmerzen von Muskeln, Gelenken, Hals und Kopf kommen. Manchmal auch zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. All diese Symptome treten nicht bei einer saisonalen Allergie auf. Wer sich unsicher ist, sollte sich telefonisch an den Hausarzt wenden oder bei Verdacht auf Covid-19 die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes wählen: 116117.

Die Apotheker raten Allergikern dazu, sich rechtzeitig auf die aktuelle Saison vorzubereiten und sich den professionellen Rat einzuholen. Allergiker sollten dafür sorgen, dass Mittel greifbar sind, die im Akutfall helfen. „Dazu gehören insbesondere sogenannte Antihistaminika, die es in Apotheken in Form von Tabletten, als Nasensprays und Augentropfen gibt. Sie bremsen den körpereigenen Botenstoff Histamin, der die allergischen Symptome entscheidend mit auslöst“, erläutert Martina Dammüller. Einige Mittel brauchen zehn bis 14 Tage, bis sich ihre Wirkung voll entfaltet. Mit dem Einsatz dieser Präparate sollte deshalb rechtzeitig begonnen werden. Mögliche Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Einschränkung des Reaktionsvermögens, insbesondere beim Autofahren, sind zu berücksichtigen.

Bei einer starken Verschlimmerung oder Veränderung der Symptome sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Auch die beste Therapie gegen Heuschnupfen könne nicht vor einem „Etagenwechsel“ schützen. Die Allergie „wandert“ von den Augen über die oberen Atemwege in die Lunge und Bronchien und löst dort Asthma aus. Wer dieses Risiko so weit wie möglich ausschließen möchte, sollte sich bei seinem Arzt nach einer spezifischen Immuntherapie (SIT) erkundigen. Bei der SIT bekommt der Patient etwa drei Jahre lang Allergieauslöser als Tabletten oder in Form von Spritzen unter die Haut. Ziel ist es, dass sich das Immunsystem langsam an die Pollen gewöhnt und am Ende nicht mehr allergisch reagiert. Auch vorbeugend kann man einiges gegen die Pollen tun Allergiker sollten Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln. So kann vermieden werden, dass an der Wäsche haftende Pollen aufgewirbelt werden und zu nächtlichen Allergieschüben führen. Wer möglichst unbelastet von Pollen ins Bett gehen möchte, sollte abends die Haare waschen, damit an den Haaren haftende Pollen die Allergie nicht im Bett verstärken.

Es ist ratsam, die Wohnung nur in den Zeiten zu lüften, wenn möglichst wenige Pollen fliegen: In Städten sollten die Fenster daher am besten in den frühen Morgenstunden geöffnet werden, auf dem Land hingegen am späten Abend. Nach einem Regenschauer ist die Luft besonders rein, da feuchte Pollen schlechter fliegen können.

(rue)