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Radevormwald: Saatgut bewahren und verbreiten

Naturschutz in Radevormwald : Saatgut bewahren und verbreiten

Naturschützerin Kathi Hentzschel lehnt es ab, die Schöpfung zu patentieren. Saatgut sei für die Allgemeinheit bestimmt und müsse verbreitet werden, um die Natur vielfältig zu gestalten und historische Arten zu erhalten.

Für den Bergischen Naturschutzverein setzt sich Kathi Hentzschel für die Umwelt und Natur ein. Ihr Fachgebiet sind alle Themen rund um Pflanzen, weswegen sie sich auch gegen Patente auf Pflanzen und Tiere stark macht. „Die Schöpfung zu patentieren ist ein Unding. Das kann man nicht hinnehmen“, sagt die Naturschützerin. Sie hat sich deswegen an der Aktion „Stoppt Patente auf Pflanzen und Tiere“ des Umweltinstituts München, ein unabhängiger Verein, beteiligt. Im Europäischen Patentamt gibt es schon hunderte Patente auf Pflanzen und Tiere, die es zulassen, dass die Züchtungen ganzer Generationen großen Konzernen gehören.

Auf lokaler Ebene versucht Kathi Hentzschel seit Jahrzehnten, einheimische Pflanzenarten zu bewahren. Auf der Pflanzentauschbörse in Rade werden Samen und junge Pflanzen getauscht. Besonders beliebt sind alte Sorten, die es nicht mehr in Pflanzenmärkten zu kaufen gibt. „Saatgut ist für die Allgemeinheit bestimmt und muss verbreitet werden, um unsere Natur vielfältig zu gestalten und historische Arten zu erhalten. Die sind nämlich für jede Region einzigartig und besonders wertvoll“, sagt sie. Für die Pflanzentauschbörse in Radevormwald oder die der Bergischen Gartenarche ist das Patentieren von Pflanzen noch zu keinem konkreten Problem geworden. „Wir tauschen Pflanzen und Saatgut nur in kleinen Mengen und sind deswegen nicht direkt betroffen. Trotzdem ärgern wir uns darüber, dass Züchtungen patentiert werden“, sagt Nadja Hildebrand von der Bergischen Gartenarche. Auch sie klärt über den Wert alter Samenarten auf, die meistens nicht von Züchtern verbreitet werden, sondern von privaten Gartenliebhabern. „Wir fördern besonders ökologische Züchtungen, die auch keine Patente anmelden“, sagt sie.

Ob die Pflanzentauschbörse in diesem Jahr wieder stattfinden kann, hängt ab von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie.

(trei)