Grüne verärgert über neues Baugebiet in Radevormwald

Baugebiet in Radevormwald: Grüne bekräftigen Kritik an Karthausen

Die vorgesehenen Ausgleichsflächen seien nicht ausreichend, erklärt Ratsmitglied Bernd Bornewasser.

(s-g) Die Fraktion von Bündnis 90/Grüne übt Kritik an der Umweltpolitik in Radevormwald. Ratsmitglied Bernd Bornewasser greift in einer Stellungnahme auf der Internetseite des Grünen-Ortsverbandes unter anderem die Entscheidung über das Baugebiet Karthausen auf. Der Rat hatte in der Sitzung am 10. Oktober den Weg für die Bauleitplanung frei gemacht. Die Grünen hatten sich mit anderen Fraktionen ohne Erfolg gegen das Vorhaben gestellt.

Mehr als 100.000 Quadratmeter landwirtschaftliche Nutzfläche werde nun auf Generationen versiegelt, und dies ohne eine gleichwertige Ersatzmaßnahme, kritisiert Bornewasser. Er betont ausdrücklich: „Wir haben grundsätzlich nichts gegen neue Wohneinheiten für Umzieher und Zuzieher, aber dann bitte mit für die Natur- und Umweltschutz vollwertigen Ausgleichsmaßnahmen.“ Die Anpflanzung einiger Bäume hinter Industriegebieten reiche da nicht aus. Außerdem, fügt Bornewasser hinzu, würden in den nächsten Jahren Tausende von Wohneinheiten durch die demografische Entwicklung frei werden oder verfallen. Auf diese statistischen Schätzungen hatten auch schon die kritischen Anwohner des Baugebietes hingewiesen (unsere Zeitung berichtete).

  • Radevormwald : Widerstand gegen Baugebiet Karthausen

Leider habe man in Radevormwald schon vorher die Erfahrung gemacht, dass Pläne, die vorher der Politik schmackhaft gemacht wurden, dann nicht so umgesetzt worden seien. Ein Beispiel sei der Jahnplatz, der entgegen der ursprünglichen Planung nun anders bebaut werde. Anstatt der vorgesehenen vier Mehrfamilienhäuser habe es nun eine „wundersame Vermehrung“ auf fünf Häuser gegeben. Anstatt grüner Vorgärten und Hecken bestimmten Betonflächen und Steingabionen das Bild. „Auch hier gilt wieder: Lippenbekenntnisse gegen angebliche Handlungszwänge“, resümiert Bornewasser.

Mehr von RP ONLINE