Frust bei den Gegnern des Baugebietes in Radevormwald

Geplantes Baugebiet in Radevormwald: Karthausen-Gegner beklagen „Ignoranz und Arroganz“

Thomas Schaab und seine Mitstreiter fühlen sich durch Verwaltung und Politik nicht ernst genommen. Die jüngste Ratssitzung sei „desaströs“ gewesen.

(s-g) Die Gegner des geplanten Baugebietes Karthausen zeigen sich enttäuscht von der Entscheidung des Rates, die Bauleitplanung für die Fläche einzuleiten. Diese Entscheidung war in der Sitzung am 10. Oktober gefallen. „Wir haben einige Tage gebraucht, um die aus unserer Sicht desaströs verlaufene Ratssitzung zu verarbeiten“, erklärt nun Thomas Schaab, Sprecher der Initiative. Mehrere Gegner des Vorhabens hatten die Einwohnerfragestunde genutzt, um sich gegen das Baugebiet auszusprechen – ohne Erfolg. Schaab beklagt sich über eine „Mischung aus Ignoranz und Arroganz“ seitens der Politik und Verwaltung, die „unerträglich“ sei. 1000 Bürger, die sich an einer Unterschriftenaktion gegen Karthausen beteiligt hätten, seien „vor den Kopf“ gestoßen worden.

Thomas Schaab spricht auch den Eklat um das Transparent der Karthausen-Gegner in der Ratssitzung an: „Es war keinesfalls beabsichtigt, dieses im Ratssaal auszurollen, und somit war das Konfiszieren des Transparents durch den Hausmeister nicht gerechtfertigt. Das in Folge eskalierende und emotional lautstark geführte Wortgefecht zwischen Fritz Ullmann und Bürgermeister Mans, war demnach völlig unnötig.“ Enttäuscht sei man auch von jenen Fraktionen, die eigentlich gegen das Baugebiet seien, „aber nicht im Sinne des gemeinsamen Zieles zusammengearbeitet haben“ – eine Anspielung auf die Fraktionen der Alternativen Liste und der UWG.

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Trotz aller Argumente, welche die Gegner im Rat vorgebracht hätten, seien sie von der Verwaltung mit Phrasen abgespeist worden. „Seit Monaten ist die Stadt in Abwehrhaltung und zeigt kein Interesse an einem sachorientierten Dialog“, schreibt Schaab. Der Demografiebericht des Kreises zeige, dass die Einwohnerzahl von Rade sich in den nächsten 20 Jahren um 5000 Menschen verringere. Das heiße, in den nächsten Jahrzehnten würden bis zu 150 Wohnungen und Häuser frei.

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