Paketaktion für Bedürftige startet in Radevormwald

Radevormwalder helfen Südosteuropa : Glück kann man in Paketen senden

Die Hilfsaktion „Pakete zum Leben“ hat in der evangelischen Gemeinde Grafweg Tradition. Sie wächst von Jahr zu Jahr und kann sich als die größte Deutschlands innerhalb des Bundes GeF bezeichnen. Am Sonntag startete sie wieder.

Die Not in Südosteuropa zu lindern, das hat sich seit vielen Jahren die evangelische Gemeinde Grafweg auf die Fahne geschrieben. 2002 packten zum ersten Mal Gemeindemitglieder Pakete mit Grundlebensmittel, die im Rahmen einer großen jährlichen Hilfsaktion der Auslands- und Katastrophenhilfe des Bundes Freier evangelischer. Gemeinden organisiert werden.

Am Sonntagnachmittag wurde die diesjährige Paketaktion mit einem Gottesdienst im Gemeindehaus Grafweg eröffnet. Pastor Jost Stahlschmidt, Leiter der Auslands- und Katastrophenhilfe, referierte während des Gottesdienstes über seine Arbeit wie auch seine zahlreichen Reisen in die südöstlichen Länder. „Mit den Paketaktionen, der Inhalt die Grundlebensmittel sind, unterstützen wir Menschen in acht Ländern“, sagte der Pastor. Die wirtschaftliche Situation vieler Menschen dort sei katastrophal und eine Änderung kurzfristig nicht in Sicht. „Alle Lebensmittel sind dort drei bis vierfach teurer als hier“, so der Gastredner. Die Schere zwischen Arm und Reich werde dort immer größer, und Menschen am Rande der Gesellschaft seinen besonders hart getroffen. Hier sei Hilfe besonders wichtig. Die Hilfsgüter werden vor Ort von christlichen Gemeinden direkt an die Betroffenen verteilt, da diese wissen, wer tatsächlich Hilfe braucht.

„Die Resonanz der Gemeinde hier in Radevormwald ist enorm. Keine andere Gemeinde in Deutschland konnte einen so großen Erfolg erzielen“, lobte Pastor Jost Stahlschmidt. Karin und Gerhard Mosner sind es, die in Rade die Paketaktion vor 17 Jahren starteten. „Damals freuten wir uns riesig über die 700 Pakete, die zusammen kamen“, so Karin Mosner. Die Paketsumme sei in jedem Jahr mehr angestiegen. Im vergangenen Jahr konnte die Freie evangelische Gemeinde knappe 1500 Pakete zählen, die auf die langen mehrtägigen Reisen gehen. „Es werden auch viele andere Hilfsgüter gesammelt, die mit Lkws in den Osten gefahren werden. Je nach Gewichtsaufteilung werden dabei auch Lebensmittelpakete aufgeladen“, berichtet die engagierte Helferin.

Zusammen mit ihrem Ehemann Gerhard Mosner macht sie sich auch weiterhin für diese Aktion stark und hofft nun, erstmals die 1500-Marke knacken zu können. „Die Pakete sind im ganzen November über in der Stadtbücherei erhältlich. Der Spender kauft die Grundlebensmittel nach einer Einkaufsliste, packt das Paket und gibt es in der Bücherei wieder ab“, erklärt Karin Mosner.

Abweichungen von der Einkaufsliste darf es wegen der Zollbestimmungen nicht geben. Nur Mehl, Nudeln, Zucker, Öl, Reis und Vitamintabletten dürfen in die Pakete hinein.

In den vergangenen Jahren haben sich auch die anderen Kirchengemeinden in Radevormwald an die Paketaktionen beteiligt. In allen Gemeindebüros können ebenfalls die Pakete samt Einkaufsliste abgeholt und später gefüllt und verpackt wieder abgegeben werden.

Gerhard und Karin Mosner mit Jost Stahlschmidt (rechts), der am Sonntag zum Auftakt der Aktion gekommen war. Foto: Sigrid Augst-Hedderich

Nähere Informationen gibt es bei Karin Mosner (Telefon 02195-8048)