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Neuss: Neusser kämpft für Obama

Neuss : Neusser kämpft für Obama

Drei Jahre ist US-Präsident Barack Obama nun im Amt, und in Amerika ist der Wahlkampf für die nächste Amtszeit schon angelaufen. Der Neusser Bill Purcell fiebert mit – und kämpft von Deutschland aus für "seinen" Präsidenten.

Drei Jahre ist US-Präsident Barack Obama nun im Amt, und in Amerika ist der Wahlkampf für die nächste Amtszeit schon angelaufen. Der Neusser Bill Purcell fiebert mit — und kämpft von Deutschland aus für "seinen" Präsidenten.

Viele Hoffnungen haben Menschen in den USA, aber auch in Europa, auf Barack Obama gesetzt. Der erste schwarze Präsident steht für eine liberale Weltanschauung, und soziale Werte, aber auch für intellektuelle Brillanz. Doch Obama hat auch Hoffnungen enttäuscht: Viele seiner großen Reformpläne konnte er nicht umsetzen, der strahlende Hoffnungsträger scheint entzaubert zu sein. Solche Gedanken will Bill Purcell nicht gelten lassen: "Obama hat so viel erreicht", sagt der Deutschamerikaner. "Er sollte die Chance bekommen, seine Ziele weiter zu verfolgen."

"Obama hat viel bewegt"

Daran arbeitet der 48-Jährige mit: Seit fünf Jahren ist Purcell Vorsitzender der Auslandspartei "Democrats Abroad" in NRW und organisiert von Neuss aus den Wahlkampf für Barack Obama. "Durch ihn hat sich etwas bewegt in Amerika", sagt Purcell über den Präsidenten. Nicht nur, dass jeder Amerikaner nun eine Krankenversicherung habe, auch der Irakkrieg sei endlich zu Ende gegangen. Was Bill Purcell an "seinem" Präsidenten fasziniert, ist dessen politischer Stil. "Obama habe immer die Menschen im Blick, zeige Mitgefühl. "Andere denken doch nur an Lobbyisten und Wirtschaftsbosse", findet Purcell — und meint damit natürlich die Konkurrenz der Republikaner. Die hätten in den vergangenen Monaten Millionen in den Wahlkampf gesteckt — "aber sicher vergeblich", sagt Purcell. Der Familienvater will in den kommenden Monaten wieder in den Wahlkampf für Obama einsteigen. "Denn wenn es knapp wird, können die Stimmen der Auslandsamerikaner entscheidend sein", sagt der Familienvater, der mit Ehefrau Ina und Tochter Louisa in Rosellerheide lebt. Der Grafikdesigner und Englischlehrer stammt aus New York — der Liebe wegen zog er im Jahr 2001 nach Neuss — und auch weil er nach den Anschlägen vom 11. September nicht mehr in seiner Wohnung bleiben konnte. Seinen amerikanischen Pass hat er behalten. "Die USA sind auch meine Heimat", sagt Purcell. Und für diese Heimat will er sich einsetzen. Zunächst will er dafür all jene wieder zusammenbringen, die sich schon bei der Präsidentschaftswahl vor vier Jahren für den Auslands-Wahlkampf eingesetzt haben.

Mit der Gruppe will Purcell dann durch Städte wie Köln und Düsseldorf ziehen, um neue Wähler zu gewinnen. Denn nur wer sich bei den "Democrats Abroad" registrieren lässt, wird später zur Wahl zugelassen.

Bill Purcell glaubt an Barack Obama. Und er hofft darauf, dass nun, im Wahlkampf, die Begeisterungswelle wiederkommt, die den US-Präsidenten vor vier Jahren schon einmal ins Amt getragen hat.

(NGZ/url)